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in den Armen ſeiner Geliebten erſtochen hätte, und ich kehrte, dem Tode nahe, in meine Wohnung zurück. Ich wollte auch ſterben, aber hat ein Weib die Kraft zu ſterben, wenn ihre Stunde noch nicht gekommen iſt?“
—„Ich hörte unbeſtimmt, Du hätteſt Dich getröſtet, Schwe⸗ ſter; Du biſt ein Weib, es war alſo ganz einfach. Vor vier Jah⸗ ren erfuhr ich, unſer unwürdiger Vetter, Peter Gars de La Ver⸗ riere, habe Dich nach einem Urtel, das er durchgeſetzt, lebenslänglich einkerkern laſſen. Zweimal verſuchte ich, zu Dir zu dringen; das erſte Mal fand ich den Kerkermeiſter unbeugſam; ich ließ durch einen Brief unſeres Priors den Herrn Erzbiſchof um die Erlaub⸗ niß erſuchen, in Deinen Kerker gehen zu dürfen; aber man ant⸗ wortete nicht; erſt auf mein zweites Schreiben, das ich in dieſen Tagen abſandte, antwortete er mir nach meinem Wunſche. Deine Geſchichte hat überall Aufſehen gemacht, ſelbſt in unſere Einſam⸗ keit drang das Gerücht davon; mein Herz empörte ſich, als ich vernahm, Deine Kinder würden gegen Dich zeugen, und ich begab mich in den. Gerichtsſaal, entſchloſſen, Dich im Nothfall zu ver⸗ theidigen, ohne mich zu erkennen zu geben; aber wie kann man ſich verbergen, wenn das Herz ſo laut ſpricht!.. Lebe wohl, Marie, lebe wohl!“
Montbrun ſchritt ſchnell nach der Thüre der Zelle zu.
Sie eilte ihm nach, er aber entriß ſich ihren Armen und ent⸗ fernte ſich, ſeine Thränen verbergend. Halbtodt ſank ſie auf ihr Bett.
Montbrun war erſchienen wie ein Schatten. Heinrich Thome, zärtlicher und ergebener als je, erlangte allmälig ſeine Herrſchaft über Marie wieder, und ſo ſah ſie mit Freuden den Hochzeitstag herannahen.
Dieſe berühmte Hochzeit wurde drei Wochen nach dem Urtels⸗ ſpruche gefeiert.
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