Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Vor mir? Das weiß Gott allein. Sie täuſchen mich noch⸗ mals, denn Sie werden dort oben die Frau ſuchen, die Sie ſo ſehr, zu ſehr geliebt haben.

Vielleicht bis Sie ankommen.

Der Benedietiner lächelte ſo liebenswürdig wie ſonſt.

Doch, ſetzte er hinzu,ich bereite mich, Abſchied zu nehmen, denn wenn ich noch eine Stunde länger bei Ihnen bliebe, würde ich die elf vergangenen Jahre vergebens in Kampf mit meinem Herzen und in Reue verbracht haben. Leben Sie wohl, Marie.

Ach, fiel ſie mit einem Ausrufe des Schmerzes ein,warum kamen Sie wieder?

Montbrun hatte ſeinen ruhigen Geſichtsausdruck wieder erlangt.

Lebe wohl, meine Schweſter! ſagte er.

Er reichte ihr die hagere weiße Hand, die Marie begierig ergriff.

Nein, nein, Sie werden mich nicht ſo ſchnell verlaſſen. Be denken Sie, daß wir einander zum letzten Male ſehen!

Auf der Erde.

Ach, wenn ich überzeugt wäre, Sie im Himmel wiederzu⸗ finden!

Hoffe auf Gott, Schweſter.

Sie dürfen ſo ſchnell nicht fort, ſagte Marie zu dem Bene⸗ dictiner;ich habe Sie kaum geſehen, Sie haben kaum mit mir geſprochen. Erzählen Sie mir, was in den elf Jahren geſchehen iſt. Ich will Alles wiſſen. 6

Habe ich es nicht bereits geſagt? Ich war dem Tode nahe, man betete für mich, Gott bewegte mein Herz wie das der⸗ jenigen, welche betete; ich verdankte ihr mein Leben und ſie er⸗ laubte mir, mich Gott zu widmen.

Aber ich wartete auf Sie in der Straße Hautefeuille, ich war⸗ tete da wie eine Wahnſinnige, Tag und Nacht, auf einem Steine. Warum ließen Sie mir nicht die Wahrheit ſagen? Den dritten Tag hörte ich den Tod eines jungen Officiers ausrufen, der ſich