Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Meine Schweſter, ſprach er,ſtehen Sie auf und kommen Sie zu mir; ich habe lange für Sie gebetet, wie für mich.

Da Marie nicht antwortete, fuhr er fort:

Fürchten Sie nichts von mir, ich bin nur noch der Schatten Montbrun's, ein Schatten, der ſich durch die Reue hindurch lang⸗ ſam zu dem ewigen Leben ſchleppt. Ich habe Sie geliebt, Marie, ich habe Sie verführt und irre geleitet; jetzt fühle ich nur noch Liebe zu dem Herrn, aber die Erinnerung an Sie ſtört mich noch immer oft in meinem Gebete; ich wollte Sie wiederſehen, Ihre Hand berühren, dieſe Hand, welche zwei Mal mein Herz traf.. Verzeihen Sie mir,. es iſt mein letzter Abſchied hienieden.. Marie, Sie blicken mich nicht an, Sie hören nicht auf mich. Ich ſpreche und reiche Ihnen die Hand.., die Hand eines Bru⸗ ders. Berühren Sie dieſelbe und Alles iſt vorüber.

Marie erhob langſam und mit einem Seufzer die Hand.

Sie ſind ſehr grauſam geweſen, Montbrun, ſagte ſie;Sie ließen an meinem Herzen elf lange ſchreckliche Jahre mit dem Ge⸗ danken an Ihren Tod vorübergehen. Sie wiſſen nicht, was ich gethan habe, um meine Liebe und mein Verbrechen zu vergeſſen. Grauſamer! Warum ſagten Sie mir nicht, daß Sie aus dieſer Welt zurück träten? Mit welcher traurigen vielleicht, aber meinem Herzen ſüßen Freude würde ich mich in ein Kloſter geflüchtet haben, vielleicht fern von Ihnen, aber Ihnen nahe durch das Gebet, in Gedanken.

Ich will Ihnen nichts verheimlichen, Marie, denn mein Herz verbirgt ſich nicht mehr. Die Frau, die Sie tödtlich ver⸗ letzten, als Sie mich verwundeten, betete an dieſem Tage zum erſten Male in ihrem Leben zu Gott, ſie betete, um mich zu retten. Gott rettete mich vom Tode, Gott rettete mich zwei Mal, den Körper und die Seele, denn gerührt von dem Gebete meiner armen Geliebten betete ich auch, und Sie errathen, von welcher Zeit ſich meine Bekehrung herſchreibt. Sie hatte ſich ebenfalls bekehrt und