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Gottes; dieſe Liebe täuſcht nicht, ſie iſt die einzige ewige; die Thränen, die man dabei vergießt, ſind die wonnereichſten. Leben Sie wohl; ich habe hier nichts mehr zu ſagen und kehre für immer an meinen ſtillen Zufluchtsort zurück, um dort für Sie zu beten. Leben Sie wohl.“
Er verbeugte ſich, zog die Kapuze wieder über das Geſicht und ſchritt ernſt nach der Thüre zu.
„Lebt wohl!“ ſprach Marie ſeufzend.
Die Rede Talon's war merkwürdig, aber trocken, und drehte ſich faſt nur um eitirte Stellen. Er wußte alle römiſchen und franzöſiſchen Geſetze über den Ehebruch, ohne ein Beiſpiel für den vorliegenden Fall zu finden; er ſprach für und gegen, um die Wahrheit recht deutlich vortreten zu laſſen. Sein letztes Wort, das die Anweſenden mit Ungeduld, Marie und Heinrich mit Angſt erwarteten, war für die Heirath.
Das Gericht erklärte ſich für die Anſicht Talons.
Als das Urtel geſprochen wurde, konnten Marie, Heinrich und die alte Tante die Thränen nicht zurückhalten. Marie wurde in das Gefängniß zurückgebracht, wo ſie bis zu dem Hochzeitstage bleiben ſollte. Die Frau von Montreuil verließ ſie mit dem Ver⸗ ſprechen, an jenem Tage ihren Wagen zu ſchicken, um ſie an der Kirche abholen zu laſſen. Sie wünſchte, daß das junge Paar die erſte Zeit der Ehe in ihrem Schloſſe verbrächte.
9.
Den andern Tag, gegen zwei Uhr, als Heinrich Thome aus der Zelle trat, meldete die Schweſter Martha den Beſuch eines Benedietiners an. Marie erbleichte, wankte, ſank auf einen Stuhl und ſchlug die Hände über das Geſicht.„Er!“ ſprach fie mit kaum vernehmlicher Stimme.
Er trat ein, ernſt und ſchweigend.


