Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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liches und menſchliches Geſetz, das den Mann heilig mit der Frau verbindet; aber der Procurator war kein Mann; er hatte durch das Alter Alles verloren, was uns Gott Edles, Großes gegeben; er beſaß kein Herz und keine Seele. Ich weiß wohl, daß es von erhabener Ergebung gezeigt haben würde, wenn Marie von Joyſel dieſem Manne ihre Schönheit, ihre Anmuth, ihre Tugend gewid⸗ met hätte, aber das Weib iſt ſchwach; Gott hat es alſo erſchaffen.

Der Präſident unterbrach Montbrun.

Mein Bruder, ſagte er etwas trocken zu ihm;wir ver⸗ langen keine Predigt von Euch; wir ſitzen hier nicht in der Schule. Sagt einfach, wie es möglich iſt, daß Ihr, Philipp von Mont⸗ brun, hier ſeid.

Marie von Joyſel hat nicht Alles geſagt; ſie hat ſich allein angeklagt und hätte mich ſchwerer beſchuldigen ſollen, aber das gehört nicht zur Sache. Ich bin hierher gekommen, als ich von dem Prior unſerer Abtei vernahm, was hier vorgeht; ich wollte die Sünderin in ihrer Reue wiederſehen und hoffte, es würde mir erlaubt ſein, meine Stimme zu ihren Gunſten zu erheben.

Montbrun trat näher zu Marien, die ſich wieder erholte. Sie ſah und hörte ihren erſten Geliebten, ohne ihren Augen und Ohren zu glauben.

Sie! Sie! ſprach ſie, indem ſie mit den Händen über die Stirn ſtrich.

Montbrun trat noch näher.

Wo bin ich? Mein Gott! rief ſie erbebend aus.

Der Generalprocurator hatte das Wort ergriffen. Montbrun konnte einige Worte zu Marien ſagen, ohne daß es die Neugie⸗ rigen hörten.

Fürchten Sie nichts, Marie, ich komme nicht, um mich zu beklagen, ſondern um Ihnen Muth einzuſprechen; ich bin todt für dieſe Welt, für die Welt, in der Sie leben, Marie. Ich

habe Allem entſagt und flüchtete mich zu dem Gebete und der Liebe