Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Ach, mein Gott! flüſterte er, indem er die Augen gen⸗ Himmel erhob,gieb mir Kraft, mein Herz zu beruhigen.

Als er ſah, daß Marie ihn mit großer Unruhe betrachtete zog er ſeine Kapuze über das Geſicht und wendete den Kopf ein wenig bei Seite.

Als der Advocat die Geſtändniſſe Mariens zu Ende geleſen hatte, erhob ſich der Benedictiner langſam und trat vor.

Wer ſeid Ihr? fragte der Präſident mit einer innern Be⸗ wegung, die er kaum zu bewältigen vermochte.

Wer ich bin? antwortete der Benedictiner, indem er ſeine Kapuze zurückſchlug.Fragen Sie Marie von Joyſel.

Er wendete ſich an die Unglückliche, die einen Angſtſchrei aus⸗

ſtieß und halb todt in die Arme ihrer Tante und eines Dieners des Gerichts ſank. Die Neugierde war geſpannter als je; alle Damen auf der Galerie erhoben ſich und blickten nach dem ſinſtern Benedictiner und der bleichen Marie von Joyſel. Thome war beſtürzt, außer ſich, und als er ſeine Unruhe nicht länger beherrſchen konnte, wendete er ſich plötzlich mit einer gebieteriſchen Geberde an den Benedictiner und ſagte:

Wer ſind Sie, Herr?

Ich bin Philipp von Montbrun, antwortete der Mönch ernſt;ja ich bin Philipp von Montbrun, man beſchuldige alſo die Frau nicht des Mordes, man klage ſie nicht an wegen ihrer Fehler; Gott, der ſie weinen ſah, hat ihr verziehen. Treiben Sie Ihren Zorn nicht weiter; ich komme hierher durch die Barm⸗ herzigkeit Gottes, nach den heiligen Vorſchriften des Cvangeliums. Ich trage größere Schuld als dieſe Frau; ich war der böſe Geiſt, als ſie noch ein Engel war an Schönheit und Tugend; ich war

die Schlange, die ſie die Sünde lehrte. Aber es giebt noch einen

Schuldigern, als mich; dieſer erſte Schuldige iſt mein Vetter, der Procurator Peter Gars de La Verridre. Die Ehe iſt ein gött⸗