Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Der Advocat ließ den Canonicus Leblanc und die Superiorin vortreten als Zeugen für die Buße und Reue Mariens, und ſie ließen derſelben alle Gerechtigkeit widerfahren.

Dann fuhr der Advoeat wieder fort:Meine Herren, da die Freiheit das erſte Gut iſt, ſo muß natürlich Marie von Joyſel, die dieſes koſtbare Gut verloren hat, annehmen, daß durch die Ehe ihre Feſſeln gebrochen werden. Ihre Forderung gründet ſich auf das Geſetz Gottes und der Menſchen, auf das der Familie und auf die Buße, die ſie für ihre Verbrechen gethan hat.

Ein Gatte hat allein ihr Unglück verurſacht, ein Gatte ſoll es ihr vergelten; die Heirath, die ihr ſo verderblich war, wird 3 jetzt ihr Heil; ſie findet den Hafen, wo ſie Schiffbruch litt. Wenn Sie ihr die Gnade bewilligen, die ſie erbittet, wird ſie nie ver⸗ geſſen, daß Sie die Menſchlichkeit mit der Gerechtigkeit verbinden.

Darauf begann der Advocat der väterlichen Familie eine lange

für Marien von Jvyſel höchſt beleidigende Rede; er entwarf eine entſetzliche Schilderung von ihrem Leben, beſchuldigte ſie, ihren Gatten durch den Aerger umgebracht zu haben, den ſie ihm ver⸗

urſacht, und ſprach ſelbſt von Gift. Man nahm indeß dieſe Be⸗* ſchuldigung mit einem allgemeinen Gemurmel des Unwillens auf. 1 Jedermann bemerkte mit wahrem Schmerze, daß die beiden un⸗

glücklichen Kinder durch ihre Geberden alle Beleidigungen des Advocaten zu beſtätigen ſchienen. Man fragte ſie und ſie erzähl⸗ ten, was bei dem Tode ihres Vaters geſchehen war; aber man ſah auch, daß ihnen dieſe Geſchichte eingelernt worden war. d

1* s.

In dieſem Augenblicke wurde die Feierlichkeit der Debatten durch das Erſcheinen eines unerwarteten Zuſchauers auf ſeltſame Weiſe unterbrochen. Alle Blicke richteten ſich auf den Neuange⸗ kommenen, der kein Aufſehen machen zu wollen⸗ ſchien. Er war ein noch junger Benedictiner, bleich und hager zum Erbarmen.