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gereizt. Man beklagte Marien, intereſſirte ſich für Heinrich Thome und wollte ſie neben einander ſehen.
Marie von Joyſel kam im Gewand einer Büßenden, in ſchwar⸗ zem Leibchen mit großen Aermeln, grauem Rocke und einem ein⸗ fachen Häubchen, das die Haare verhüllte. Trotz dieſer Kleidung machte ihre Schönheit allgemeines Aufſehen. Sie ſchien ſich um die Neugierigen nicht zu kümmern; in ihren Zügen lag Ergebung, und von Zeit zu Zeit warf ſie unwillkürlich einen zerſtreuten Blick auf Heinrich, der mit ſeinem Oheim an der Schranke ſtand. Bis⸗ weilen ſah ſie auch ihre beiden kleinen Töchter, die ganz vergeſſen hatten, daß ſie ihre Mutter ſei, mit unausſprechlichem Schmerze an. Sie ſaßen neben ihrem Vormunde, ihrem Advveaten und einigen Verwandten ihres Vaters.
Vor dem Eintritte des Gerichts erregte ein kleiner Zufall leb⸗ haft die Neugierde. Eine alte Dame ſank mit Thränen in den Augen in die Arme Mariens; es war ihre Tante, die alte Vi⸗ comteſſe von Montreuil, die Schweſter ihrer Mutter. Sie nahm Marien an der Hand, ſprach von tauſenderlei Dingen auf einmal, gab ihren Advocaten Rathſchläge ꝛc. Dann fragte ſie, wo Hein⸗ rich Thome ſei, ging zu ihm und ſah ihn lächelnd und mit einer Thräne im Auge an.
„Was Sie da thun, mein Sohn, iſt ſehr gut. Rechnen Sie auf mein Vermögen und meine Freundſchaft.“
In dieſem Augenblicke erſchien der Gerichtshof.
Der Advocat Fournier, der ein berühmter Redner war, nahm zuerſt das Wort, um das Geſuch Heinrich Thome's auseinander⸗ zuſetzen. Nachdem er von der Familie deſſelben und von der Reue der Wittwe des Procurators geſprochen hatte, hoffte er, wie er ſagte, daß der Hof ihm erlauben würde, den höchſten Grad der chriſtlichen Liebe auszuüben, den jemals ein Gerichtshof kennen gelernt habe; nicht die Reichthümer reizten ihn bei dieſem guten Werke, da Marie von Joyſel nichts mehr beſitze.
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