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kür freudig oder betrübt, geliebt oder verſchmäht machen kann. Jetzt hören Sie mich an: Ich liebe Sie. — Sie beleidigen mich, mein Herr, rief die Marquiſe, indem ſie die Hand des Abbé von dem Zügel ihres Pferdes zu entfernen ſuchte.
Ihnen voraus, bei mir wären ſie weggeworfen. Man beleidigt nie eine Frau, wenn man ihr ſagt, man liebe ſie. Es giebt nur tauſend verſchiedene Arten, ſie zu zwingen, der Liebe zu entſprechen.
— Und darf ich wiſſen, welche Sie gewählt haben? fragte die
Marquiſe mit verächtlichem Lächeln.
— Die einzige, welche bei einer ruhigen, kalten und feſten
Frau, wie Sie ſind, zum Ziele führen kann, die Ueberzeugung, daß es in Ihrem eignen Intereſſe liegt, meiner Liebe zu entſprechen. DDa Sie mich ſo wohl zu kennen behaupten, antwortete die Marquiſe, indem ſie einen neuen, doch eben ſo nutzloſen Ver⸗ ſuch machte, den Zügel ihres Pferdes in ihre Gewalt zu bringen, ſo müſſen Sie auch wiſſen, wie eine Frau von meinem Charakter eine ſolche Eröffnung aufnehmen muß. Sagen Sie Sich ſelbſt, was ich Ihnen und vor allen Dingen meinem Gatten ſagen könnte.
Der Abbé lächelte.
— O, was das anbelangt, erwiderte er, ſo gebe ich Ihnen freie Hand, gnädige Frau. Sagen Sie Ihrem Gatten Alles, was Ihnen gut dünkt; wiederholen Sie ihm unſer Geſpräch Wort für Wort; fügen Sie Alles hinzu, was Ihr Gedächtniß zur grö⸗ ßern Ueberzeugung gegen mich Ihnen einflüſtern muß; dann, wenn Sie ihm Alles geſagt haben und nun ganz ſeiner ſicher zu ſein glauben, werde ich ihm nur zwei Worte ſagen, und drehe ihn um wie einen Handſchuh. Das iſt Alles, was ich Ihnen zu ſagen hatte, gnädige Frau; ich halte Sie nicht mehr zurück. Sie können in mir einen ergebenen Freund, aber auch einen Todfeind haben; überlegen Sie wohl.
Keine ſtolzen Worte, ſchöne Schwägerin, denn ich ſage es


