Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Doch ein ſolches Glück iſt nicht für dieſe Welt, und wem es

zufällig zukommt, dem ſcheint es faſt eher der Himmel im Zorn geſandt zu haben. In der That, wer es beſitzt und verliert, für den wäre es beſſer, es nicht gekannt zu haben. Der Marquis von Ganges wurde zuerſt dieſes ſeligen Lebens überdrüſſig. Er vermißte nach und nach die ſtürmiſche Luſt ſeiner jungen Jahre und entfernte ſich von der Marquiſe, um ſich ſeinen alten Freunden wieder in die Arme zu werfen. Die Marquiſe dagegen, welche ihrem Gatten die Freuden der Geſellſchaft geopfert hatte, warf ſich wieder in die Welt, wo neue Triumphe ſie er⸗ warteten. Doch dieſe Triumphe erregten die Eiferſucht des Mar⸗ quis. Er war zu ſehr ein Weltmann, um ſeine Unzufriedenheit zu verrathen; er verſchloß ſie in ſeiner Bruſt und ließ ſie nur in einſamen Stunden gegen ſeine Gattin hervortreten. Die Worte der Liebe verwandelten ſich in Sarcasmen oder in Vorherverkün⸗ digungen eines nahen Bruches, und bald ſahen ſich beide Gatten nur in den Stunden, wo ſie es durchaus nicht vermeiden konn⸗ ten, endlich aber ſchützte der Marquis nothwendige Geſchäftsreiſen vor, die ſich ſo oft wiederholten, daß die Marquiſe den größeren Theil des Jahres allein blieb. Alle ihre Zeitgenoſſen, die von ihr ſprechen, verſichern ein⸗ ſtimmig, daß ſie immer noch Dieſelbe geblieben ſei, voll Geduld, Ruhe und Unſchuld; und es iſt ſelten, daß man von einer jungen, ſchönen Frau ſo einſtimmig ein günſtiges Urtheil fällen hört. Aber auch die kurze Zeit, die der Marquis in ſeinem Hauſe zubrachte, ſchien ihm allein mit ſeiner Gattin unerträglich, und er lud deshalb ſeine beiden Brüder, den Chevalier und den Abbé de Ganges zu ſich ein. Er hatte zwar noch einen dritten Bruder, der, als zweiter Sohn der Familie, den Titel Graf führte und das Regiment von Languedoe als Oberſt commandirte; doch da dieſer keine Rolle in der Geſchichte ſpielt, ſo erwähnen wir ihn nicht.

Der Abbé von Ganges gehörte eigentlich nicht der Kirche an, 3