Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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chen, der in Bezug auf ſeine Schönheit als Mann faſt eben ſo berühmt war, als ſie in Bezug auf die ihrige. Dieſes Schooß⸗ kind des Himmels war der Herr von Lenide, Marquis von Ganges, Baron von Languedoc und Gouverneur von Saint-André in dem Kirchſpiel von Uzés. Die Marquiſe hörte ſo oft von ihm ſprechen, man wiederholte ihr ſo viele Mal, die Natur habe ſie Beide für einander beſtimmt, daß nach und nach ein lebhafter Wunſch, ihn zu ſehen, in ihr entſtand. Es iſt natürlich, daß der Herr von Lenide ſeinerſeits, durch ähnliche Reden aufgeregt, nicht weniger begierig war, die Marquiſe zu ſehen und, um dieſen Wunſch zu erfüllen, einen Auftrag von Herrn von Nocheères an ſeine Enkelin übernahm, um ſie im Kloſter aufſuchen zu dürfen. Obgleich die Marquiſe ihn nie geſehen hatte, ſo erkannte ſie ihn doch auf den erſten Blick, denn da ſie noch keinen ſo ſchönen Cavalier geſehen hatte, wie dieſer, der ſich jetzt ihren Augen darbot, ſo glaubte ſie, es könne nur der Marquis von Ganges ſein, von dem ſie ſchon ſo viel und ſo oft hatte ſprechen hören.

Was kommen mußte, kam; die Marquiſe von Caſtellane und der Marquis von Ganges konnten ſich nicht ſehen, ohne ſich zu lieben. Sie waren Beide jung, der Marquis von Adel und in hoher Stellung, die Marquiſe aus einem alten Hauſe und reich; Alles ſchien alſo für dieſe Verbindung zu ſprechen. Auch wurde ſie nicht länger verſchoben, als bis das Trauerjahr abgelaufen war, und die Hochzeit im Anfang des Jahres 1658 gefeiert. Der Marquis war 20, die Marquiſe 22 Jahre alt.

Im Anfange war dieſe Ehe außerordentlich glücklich. Dek Marquis liebte zum erſten Male, die Marquiſe erinnerte ſich nicht, ſchon geliebt zu haben. Ein Sohn und eine Tochter vermehrte bald ihr gegenſeitiges Glück, und die Marquiſe hatte die unglück⸗ ſelige Vorausſagung vollſtändig vergeſſen, oder, wenn ſie auch zu⸗ weilen daran dachte, ſo geſchah es nur, um ſich zu wundern, wie

ſie habe daran glauben können.