———
beſonders lebhafte Neigung fühlte, zog ſie ſich doch gleich nach dieſer Nachricht zu Frau von Ampus, ihrer Schwiegermutter, zurück und brach jeden Verkehr mit der Welt ab.
Sechs Monate nach dem Tode ihres Gatten empfing die Mar⸗ quiſe von ihrem Großvater, dem Herrn Jvannis de Nochsres, die dringende Einladung, die übrige Zeit ihrer Trauer in Avignon
zuzubringen. Aelternlos faſt ſeit ihrer Kindheit, war Fräulein von Chäteaublanc von dieſem guten Greis, der ſie ſehr liebte, er⸗ zogen worden; ſie beeilte ſich alſo ſeiner Einladung zu folgen und bereitete Alles zu ihrer Abreiſe vor.
Damals fing ſich der Ruf der Vviſin an zu verbreiten, obgleich ſie noch weit entfernt von ihrer ſpätern Berühmtheit war. Mehrere Freundinnen der Marquiſe von Caſtellane waren bei ihr geweſen, um ſich Raths zu erholen, und hatten ſeltſame Offenbarungen er⸗ halten, von denen einige entweder durch die Geſchicklichteit der Wahrſagerin ſelbſt, oder durch ein wunderliches Zuſammentreffen von Umſtänden eingetroffen waren. Die Marquiſe konnte der Ncu⸗ gier nicht widerſtehen, die dieſe verſchiedenen Erzählungen von dieſer Verkündigerin der Zukunft ihr einflößten, und einige Tage vor ihrer Abreiſe machte ſie der Voiſin den Beſuch, von dem wir geſprochen haben.
Die Marquiſe war nicht abergläubiſch, dieſe furchtbare Vorherverkündigung ihren tiefe Spur darin zurück, die weder die wieder zu ſehen, noch die Freundſchaft i
neuen Eroberungen, die ſie machte, ganz verlöſchen konnte. Die
Huldigungen, die ihre Reize fanden, wurden ihr mehr und mehr läſtig, und bald bat ſie ihren Großvater um Erlaubniß, ſich in ein Kloſter zurückzuziehen, um dort die übrige Zeit ihrer Trauer zuzubringen.
In dieſer Einſamkeit hörte ſie zum erſten Male mit all dem Enthuſtasmus, deſſen Nonnen fähig ſind, von einem Manne ſpre⸗
demungeachtet ſchreckte Geiſt auf und ließ eine Freude, ihr Geburtsland hres Großvaters, noch die


