„Bin ich jung? bin ich ſchön? bin ich Mädchen, Frau oder Wittwe? So viel für die Vergangenheit.
„Soll ich mich verheirathen oder wieder verheirathen? Werde ich lange leben oder jung ſterben? Das für die Zukunft.“
Dann ſtreckte ſie die Hand nach der Wahrſagerin aus und fragte: Was ſoll ich damit nun beginnen?
— Rolle dieſes Blatt um dieſe Kugel, antwortete, dieſe, indem ſie der Unbekannten eine kleine, weiße Wachskugel gab, beide wer⸗ den vor Deinen Augen von der Flamme verzehrt werden; der Geiſt kennt ſchon Deine Geheimniſſe. In drei Tagen erhältſt Du Antwort.
Die Unbekannte that, wie ihr die Zauberin gebot, und dieſe nahm die Kugel mit dem darumgewickelten Papier und warf beides
auf die Kohlenpfanne.
— Und jetzt iſt Alles geſchehen, wie es ſoll, ſagte die Wahr⸗
ſagerin. Comus! Der Zwerg trat herein.— Führe Madame an ihren Wagen zurück.
Die Unbekannte ließ eine Börſe auf dem Tiſche und folgte Comus. Dieſer führte ſie und ihre Begleiterin, die nur eine ver⸗ traute Kammerfrau war, eine Hintertreppe hinab, welche Denje⸗ nigen, die von der Wahrſagerin fortgingen, zum Gebrauch diente. Sie kamen in eine andere Straße als diejenige, von der die bei⸗ den Frauen in das Haus getreten waren; doch der Kutſcher, der dieſen Umſtand ſchon kannte, erwartete ſie an der Hinterthür, ſie brauchte alſo nur einzuſteigen, worauf der Wagen eilig nach der Rue Dauphine hineilte.
Drei Tage nachher fand die ſchöne Unbekannte, wie es ihr verſprochen worden war, bei ihrem Erwac hen auf ihrem Nachttiſch
einen von unbekannter Hand beſchriebenen Brief mit der Aufſchrift:
Der ſchönen Provengalin, welcher folgende Worte enthielt: „Du biſt jung, Du biſt ſchön, Du biſt Wittwe; das für die Gegenwart.


