Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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griff außerordentlich groß ſchienen und gleich den Granatſteinen an ihrem Gürtel einen ſeltſamen Glanz hatten.

Als die beiden Fremden eintraten, fanden ſie die Wahrſagerin, den Kopf in ihre Hände geſtützt und wie in Gedanken verſunken. Da ſie fürchteten, ihre Ekſtaſe zu unterbrechen, warteten ſie ſchwei⸗ gend, bis es ihr gefallen würde, dieſe Stellung zu verlaſſen. Nach zehn Minuten erhob ſie den Kopf, und als wenn ſie erſt jetzt wahrnähme, daß zwei Perſonen vor ihr ſtänden, fragte ſie:

Was will man wieder? Werde ich nur im Grabe Ruhe haben?

Verzeihung, Madame, ſagte die Unbekannte mit der ſanf⸗ ten Stimme, ich wünſchte zu wiſſen...

Schweig, antwortete die Sybille mit ernſter Stimme, ich mag Deine Angelegenheiten nicht kennen, wende Dich an den Geiſt. Er iſt eiferſüchtig und will nicht, daß man in ſeine Ge⸗ heimniſſe eindringe; ich kann ihn nur für Dich bitten und ihm gehorchen.

Bei dieſen Worten ſtieg ſie von ihrem Dreifuß herab, ging in ein Nebenzimmer und kam bald darauf bleicher und verſtörter,

als ſie es vorher geweſen war, zurück, in der einen Hand ein

brennendes Kohlenbecken, in der andern ein rothes Blatt Papier haltend. In demſelben Augenblick erloſch die Lampe, und das Zim⸗ mer war nur noch von dem Kohlenbecken erleuchtet, deſſen unheim⸗ liches Licht alle Gegenſtände mit einer phantaſtiſchen Färbung be⸗ kleidete, wodurch die beiden Fremden mit ſeltſamer Furcht erfüllt

wurden und gern gewünſcht hätten, ſich wieder zurückziehen zu

können, wenn es noch Zeit geweſen wäre.

Die Wahrſagerin ſetzte das Kohlenbecken mitten in der Stube nieder, reichte das Papier derjenigen Dame, die ſie angeredet hatte, und ſagte:

Schreib' nieder, was Du wiſſen willſt.

Dieſe nahm das Papier mit feſterer Hand, als man hätte er⸗ warten ſollen, ſetzte ſich an einen Tiſch und ſchrieb:

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