158 David Kopperfield.
merkſamkeit dadurch auf ſich, daß eine andere Geſtalt mit einem Kuſſe von ihr ſchied und langſam durch das Gewirr hinwegglitt, mich an— Agnes erinnernd! Aber in der ſchnellen Bewegung und Verwirrung und der Unſtätigkeit meiner eignen Gedanken verlor ich die Ge⸗ ſtalt wieder aus den Augen und bemerkte nur, daß die Zeit gekommen war, wo alle Beſucher gewarnt wur⸗ den, das Schiff zu verlaſſen; daß meine Wärterin auf einem Kaſten neben mir laut weinte, und daß Mrs. Gummidge, unterſtützt von einem niedergebückten jün⸗ gern Frauenzimmer in ſchwarzer Kleidung, geſchäftig Mr. Peggotty's Habe ordnete.
„Haben Sie mich noch'n letztes Wort zu ſagen, Musje Davchen?“ fragte er.„Giebt's irgend'n ver⸗ geßnes Ding noch, ehe wir Abſchied nehmen?“
„Eines!“ ſagte ich.„Martha?“
Er berührte das jüngere Frauenzimmer, das ich er⸗ wähnt habe, an der Schulter, und Martha ſtand vor mir.
„Gottes Segen über Sie, Sie guter Mann!“ ſchrie ich.„Sie nehmen ſie mit ſich?“
Martha antwortete durch einen Thränenerguß. Ich konnte jetzt nicht mehr ſprechen, aber ich drückte ihm die Hand, und wenn ich jemals Jemand geliebt und geehrt habe, ſo liebte und ehrte ich dieſen Mann von ganzer Seele.
Das Schiff leerte ſich ſchnell von Fremden. Die ſchwerſte Aufgabe, die ich hatte, war noch übrig. Ich ſagte ihm, was der edle Geiſt, der dahin war, mir zum Abſchiede zu ſagen aufgetragen hatte. Es rührte ihn tief. Aber als er mir in Erwiederung deſſen eine Menge Aufträge der Liebe und des Bedauerns für jen tauben Ohren gab, rührte er mich noch mehr.
Die Zeit war gekommen. Ich umarmte ihn, nahm
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