Teil eines Werkes 
9. Theil (1850)
Entstehung
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156 David Kopperfield.

vermöge deſſen das Zimmer vom Fluſſe aus wie ein trübſelig brennender Leuchtthurm ausgeſehen haben muß.

Ich ging den nächſten Morgen hinunter, um zu ſehen, ob ſie fort wären. Sie waren ſchon frühzeitig, um fünf Uhr, in einem Boote abgefahren. Es war mir ein wunderbares Beiſpiel von der Wirkung, die ſolche Scheideſcenen üben, daß, obſchon die Gedanken⸗ verbindung, in der ich ſie mit dem baufälligen Wirths⸗ hauſe und der hölzernen Treppe brachte, ſich erſt von vergangener Nacht herſchrieb, beide öde und verlaſſen ausſahen, ſeit ſie weg waren.

Am Nachmittage des nächſten Tages gingen meine alte Wärterin und ich nach Graveſend hinunter. Wir trafen das Schiff auf dem Fluſſe, umgeben von einer Menge Booten, ein günſtiger Wind wehte, und das Signal des Abſegelns flatterte auf der Spitze ihres Haupt⸗ maſtes. Ich miethete ſogleich ein Boot, wir ſteuerten auf das Schiff zu, und indem wir durch das kleine Ge⸗ wimmel und Geſtrudel, wovon das Schiff der Mittel⸗ punkt war, uns durchhalfen, gingen wir an Bord.

Mr. Peggotty erwartete uns an Deck. Er erzählte mir, daß Mr. Micawber eben erſt wieder(und zwar das letzte Mal) auf Heeps Verfolgung abgefaßt wor⸗ den wäre, und daß er, einer Bitte, die ich an ihn ge⸗ ſtellt, nachkommend, das Geld bezahlt hätte, welches ich ihm wiedergab. Er führte uns dann hinab ins Zwi⸗ ſchendeck, und dort wurden alle meine noch zurückge⸗ bliebenen ſchwachen Befürchtungen, daß er irgend wie Gerüchte von dem, was ſich ereignet hatte, gehört ha⸗ ben möͤchte, dadurch verſcheucht, daß Mr. Micawber aus dem Dunkel hervorkam, ſeinen Arm mit einer Freundes⸗ und Gönnermiene nahm und mir ſagte, daß ſie ſeit vor⸗ geſtern Abend kaum von einander weggekommen wären.