154 David Kopperfield.
Das, mein lieber Herr Kopperfield, ſcheint mir ſeine richtige Lage und Stellung zu ſein. Ich wollte, vom erſten Augenblicke dieſer Reiſe an ſtünde Micawber auf jenes Fahrzeugs Vordertheil und ſagte: Genug des Zögerns, genug des Mißlingens, genug der beſchränk⸗ ten Mittel! Das war im alten Vaterlande. Dies iſt hier das neue. Bringt zum Vorſchein, womit Ihr das ausgleichen wollt. Heraus damit!“
Mr. Micawber ſchlug die Arme in entſchloſſener Weiſe übereinander, als ſtünde er jetzt ſchon an der Gallion.
„Und wenn Micawber dies thut,“ fuhr Mrs. Mi⸗ cawber fort,„— wenn er ſeiner Lage ſich bewußt iſt — habe ich da nicht recht, wofern ich ſage, daß er dann ſeine Verbindung mit Britannien ſtärken, nicht aber ſchwächen wird? Ein bedeutender öffentlicher Cha⸗ rakter, der ſich in jener Hemiſphäre geltend macht— wird man mir ſagen wollen, daß der Einfluß eines ſolchen nicht daheim gefühlt werden wird? Köͤnnte ich ſo ſchwach⸗ köpfig ſein, mir einzubilden, daß Micawber, wenn er den Scepter des Talents und der Macht in Auſtralien ſchwingt, in England nichts ſein wird? Ich bin nur ein Frauenzimmer, aber ich würde meiner und meines Papas unwürdig ſein, wenn ich mich ſolch einer abge⸗ ſchmackten Geiſtesſchwäche ſchuldig machte.“
Mrs. Micawbers Ueberzeugung, daß ihre Beweis⸗ gründe unwiderleglich ſeien, gab ihrem Tone eine mo⸗ raliſche Höhe, die ich meines Erachtens zuvor nie darin gehört hatte.
„Und das iſt der Grund,“ ſagte Mrs. Micawber, „weshalb ich um ſo mehr wünſche, daß wir in einer zu⸗ künftigen Periode wieder auf vaterländiſchem Boden leben können. Micawber kann möglicher Weiſe eine Seite im Buche der Geſchichte füllen— ja, ich vermag mich der


