Teil eines Werkes 
9. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 153

jährige Bekanntſchaft mit mir, mein lieber Herr Kop⸗ perfield, wird Ihnen geſagt haben, daß ich nicht die ſanguiniſche Gemüthsart Micawbers habe. Meine Ge⸗ müthsart iſt, wenn ich es ſo bezeichnen darf, vorwie⸗ gend praktiſch. Ich weiß, daß dies eine lange Reiſe iſt. Ich weiß, daß ſie mancherlei Entbehrungen und Unbequemlichkeiten mit ſich führen wird. Ich kann meine Augen dieſen Thatſachen nicht verſchließen. Aber ich weiß auch, was Micawber iſt. Ich kenne die Micawber innewohnende Kraft. Und deshalb betrachte ich's für eine wichtige Lebensfrage, daß Micawber ſich ſeiner Lage bewußt wird.

Meine Liebe, bemerkte er,vielleicht wirſt Du mir den Einwurf erlauben, daß es ja möglich iſt, daß ich mir meiner Lage bewußt bin.

Ich glaube nicht, Micawber, widerlegte ſie ihn. Nicht in vollem Maße. Mein lieber Herr Kopper⸗ field, der Fall Micawbers iſt kein gewöhnlicher. Mi⸗ cawber geht in ein fernes Land ausdrücklich deshalb, damit er zum erſten Male vollſtändig begriffen und ſei⸗ nem Werthe nach geachtet werde. Ich wollte, Micaw⸗ ber nähme ſeinen Stand auf dieſes Fahrzeugs Vorder⸗ theil und ſagte mit feſter Stimme: Ich bin gekommen, dieſes Land zu erobern! Habt Ihr Chrenſtellen? Habt Ihr Reichthümer? Habt Ihr Poſten, welche beträcht⸗ liche pekuniäre Emolumente abwerfen? Man bringe ſie zum Vorſchein, ſie ſind mein!

Mr. Micawber warf uns allen einen Blick zu und ſchien zu meinen, daß an dieſer Idee ein gutes Theil Wahrheit ſei.

Ich wollte, Micawber wäre wenn ich mich da⸗ mit verſtändlich mache, ſagte Mrs. Micawber in ihrem beweiſenden Toneder Cäſar ſeines eignen Glückes.