Teil eines Werkes 
9. Theil (1850)
Entstehung
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136 David Kopperfield.

Damit Mrs. Steerforth ſich nicht bewogen finde, hinter ſich zu blicken und in deutlichen Zügen zu leſen, was zu wiſſen Sie jetzt noch nicht vorbereitet war, be⸗ gegnete ich ſchnell ihrem Auge; aber ich hatte geſehen, wie Roſa Dartle ihre Hände mit der Heftigkeit des Schreckens und der Verzweiflung in die Luft empor⸗ ſtreckte und ſie dann vor ihr Angeſicht preßte.

Die ſchöne Dame oh ihm ſo gleich, ſo ſehr gleich! betrachtete mich mit ſtetigem Blicke und legte dann ihre Hand an ihre Stirn. Ich bat ſie, ruhig zu ſein und ſich bereit zu halten auf das, was ich ihr mitzu⸗ theilen habe; aber ich hätte ſie eher bitten ſollen, zu weinen; denn ſie ſaß da, wie eine Geſtalt von Stein.

Als ich das letzte Mal hier war, ſtammelte ich, da erzählte mir Fräulein Dartle, daß er hier und da herumſegele. Die vorgeſtrige Nacht war eine furchtbare auf der See. Wenn er dieſe Nacht auf der Seeg war und in der Nähe einer gefährlichen Küſte wie man von ihm ſagt und wenn das Fahrzeug, wel⸗ ches geſehen wurde, wirklich das Schiff ſein ſollte, welches

Roſa! ſagte Mrs. Steerforth,komm zu mir!

Sie kam, aber ohne Mitgefühl und Zartſinn. Ihre Augen glühten wie Feuer, als ſie ſeiner Mutter gegen⸗ übertrat und in ein grauſiges Gelächter ausbrach.

Na, ſagte ſie,iſt Ihr Hochmuth nun befrie⸗ digt, Sie wahnwitziges Weib? Nun er Ihnen Genug⸗ thuung gegeben hat mit ſeinem Leben! Hoͤren Sie's? Mit ſeinem Leben!

Mrs. Steerforth, ſtarr und ſteif in ihren Stuhl zurückgefallen, gab keinen andern Laut, als ein Geſtöhn von ſich, ſondern warf blos ihre weitaufgeriſſenen Augen mit ſtierem Blicke auf ſie.