28 David Kopperfield.
mer um ſie trauern; ergend etwas, was ſie zu dem Glauben brächte, daß ich das Leben nicht ſatt hätte und noch Hoffnung hegte, ſie ohne Schande zu ſehen, wo die Gottloſen aufhören mit Verfolgen und die Müden Ruhe haben— irgend etwas, was ihr ſchwerbetrübtes Herz erleichtern und ſie doch nicht auf den Gedanken bringen thäte, daß ich jemals heirathen könnte, oder daß es möglich wäre, Jemand könnte mir ſein, was ſie mir geweſen wäre— ſo würde ich Sie bitten, ihr das zu ſagen— und ihr zu ſagen, daß ich für ſie bete— die ſo leb und gut war.“
Ich drückte ihm ſeine männliche Hand abermals und ſagte ihm, daß ich mich ſeines Auftrags ſo gut entle⸗ digen wollte, als ich vermöchte.
„Ich danke, Herr,“ antwortete er.„Es war ſehr freundlich von Sie, mich aufzuſuchen. Es war ſehr freundlich von Sie, ihn hierher zu begleiten. Musje Davchen, ich begreife ſehr wohl, obſchon meine Muhme nach London kommen wird, ehe ſie ſegeln, und ſie noch einmal zuſammen ſein werden, werde ich ihn doch nicht wiederzuſehen kriegen. Ich bin davon überzeugt. Wir ſagen uns das nicht, aber es wird ſo kommen, und 's iſt beſſer ſo. Das letzte Mal, wo Sie ihn ſehen— das allerletzte Mal— wollen ſte ihm da die liebevoll⸗ ſten Abſchiedsgrüße und den herzlichſten Dank von dem Waiſenkinde überbringen, gegen das er immer beſſer wie ein Vater handelte?“
Auch das verſprach ich getreulich zu erfüllen.
„Ich danke nochmals,“ ſagte er, mir herzlich die Hand ſchüttelnd.„Ich weiß, wo Sie hingehen wollen. Behüte Sie Gott!“
Mit einer unmerklichen Schwenkung der Hand, als ob er mir erklären wollte, daß er in den alten Ort


