Teil eines Werkes 
9. Theil (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

st

◻η 8⁸½

David Kopperfield. 27

Das glaub' ich Ihnen ganz gewiß. Ich danke, Herr, Sie ſind ſehr freundlich. Ich danke, ja, es giebt etwas, was ich ihr gern geſagt oder geſchrieben ſähe.

Was iſt es?

Wir gingen ſchweigend ein Stück weiter, und dann ſprach er:

Es iſt nicht, daß ich ihr vergeben thue. Nicht ſo ſehr das iſt's.'s iſt mehr, daß ich ſie bitten thue, mir zu ver⸗ geben, daß ich ihr meine Liebe aufgedrungen habe. Manch⸗ mal denke ich, daß ſie, wenn ich nicht ihr Verſprechen gehabt hätte, mich zu heirathen, ſo viel Zutrauen zu mir hatte, daß ſie mir geſagt hätte, was in ihrer Seele kämpfte, und ſich mit mir berathen hätte, und ich würde ſie vielleicht gerettet haben.

Ich drückte ihm die Hand.

Iſt das Alles? fragte ich.

s iſt noch etwas Anderes, erwiederte er,wenn ich's ſagen kann, Musje Davchen.

Wir gingen weiter, ein lüngeres Stück, als wir bis⸗ her gegangen, ehe er wieder ſprach. Er weinte nicht, wenn er die Pauſen machte, die ich durch Gedanken⸗ ſtriche ausdrücken werde. Er ſammelte ſich blos, um recht deutlich zu ſprechen.

Ich liebte ſie und ich liebe das Andenken an ſie zu tief um im Stande zu ſein, ſie zu dem Glauben zu verleiten, ich ſei ein glücklicher Mann. Ich könnte nur glücklich ſein wenn ich ſie vergäße und ich fürchte, ich würd's kaum ertragen können, daß man ihr erzählte, ich hätte ſie wirklich vergeſſen. Aber wenn Sie, der Sie ſo ein großer Gelehrter ſind, ſich etwas ausdenken könnten, was ſie, wenn Sie's ihr ſa⸗ gen thäten, zu dem Glauben brächte, ich wäre nicht ſehr tief verletzt, thäte ſie noch immer lieben und noch im⸗