26 David Kopperfield.
ſein ſchien, und ſich von den übrigen Sachen entweder zu trennen oder ſie für Mrs. Gummidge zu beſtimmen. Sie war den ganzen Tag mit ihm zuſammen. Da ich eine wehmüthige Sehnſucht hatte, den alten lieben Ort noch ein Mal zu ſehen, ehe er zugeſchloſſen wurde, ſo machte ich's ſo aus, daß ich ſie dort am Abende treffen wollte. Aber ich richtete es ſo ein, daß ich Ham zuerſt begeg⸗ nen mußte.
Es war leicht, ihm in den Weg zu kommen, da ich wußte, wo er arbeitete. Ich trat ihm auf einem verlaſſenen Theile der Sandebene entgegen, über den er, wie ich wußte, hinweg mußte, und kehrte mit ihm um, damit er Gelegenheit haben möchte, mit mir zu ſprechen, wofern er dies wirklich wünſchte. Ich harte den Ausdruck in ſeinem Geſichte nicht mißverſtanden. Wir waren nur ein kleines Stück zuſammen gegangen, als er ohne mich anzuſehen ſagte:
„Musje Davchen, haben Sie ſie geſehen?“
„Nur auf einen Augenblick, als ſie in Ohnmacht lag,“ antwortete ich ſanft.
Wir gingen ein Stückchen weiter, und er ſagte:
„Musje Davchen, denken Sie, daß Sie ſie zu ſehen kriegen werden?“
„Es würde ihr vielleicht zu ſchmerzlich ſein,“ ant⸗ wortete ich.
„Ich habe daran gedacht,“ entgegnete er.„Das würde es, ja, das würde es!“
„Aber, Ham,“ ſagte ich leiſe,„wenn es irgend etwas giebt, was ich an ſie für Sie ſchreiben könnte, im Falle ich's ihr nicht ſagen könnte,— wenn es irgend etwas giebt, was Sie ihr durch mich bekannt machen wollten, ſo würde ich das als einen heiligen Auftrag anſehen.“


