20 David Kopperfield.
„Gott ſteh mir bei!“ ſagte Mr. Omer, weiter ſchmauchend,„man muß die Dinge nehmen, wie ſie ſind; das iſt's, woran man ſich in dieſem Leben gewöh⸗ nen muß. Joram macht ein ſchönes Geſchäft. Ein ausgezeichnetes Geſchäft!“
„Freue mich ſehr, das zu hören,“ entgegnete ich.
„Wußte, daß Sie das freuen würde,“ ſagte Mr. Omer.„Und Joram und Minnie ſind wie die Täub⸗ chen. Was kann man ſich mehr wünſchen? Was be⸗ deuten da Jemandem ſeine Gliedmaßen?“
Seine außerordentliche Geringſchätzung ſeiner Glied⸗ maßen, wie er ſo rauchend daſaß, war eine der luſtig⸗ ſten Wunderlichkeiten, denen ich je begegnet bin.
„Und ſeit ich mich überhaupt an's Leſen gemacht habe, haben Sie ſich an's Bücherſchreiben gemacht, he, Herr Kopperfteld?“ ſagte Mr. Omer, mich mit bewun⸗ derndem Blicke meſſend.„Was war Ihr Buch für ein köſtliches Werk! Was für ſchöne Worte ſind drinne! Ich las jedes Wort— wahrhaftig, jedes Wort! Und was das Schläfrigwerden betrifft— nicht die Spur!“
Ich drückte lächelnd meine Befriedigung aus, aber ich muß geſtehen, daß mir dieſe Gedankenverbindung bezeichnend vorkam.
„Geb' Ihnen mein Ehrenwort, Herr Kopperfield,“ verſetzte Mr. Omer,„daß, wenn ich das Buch auf den Tiſch lege und beſehe mir's ſo von auswendig, zuſammen drei einzelne Bände, jeder für ſich— eins, zwei, drei— ſo bin ich ſo ſtolz wie ſonſt Jemand über den Gedanken, daß ich einſt die Ehre hatte, mit Ihrer Familie in Verbindung zu treten. Und ſapper⸗ lot,'s iſt'ne lange Zeit her nun, nicht wahr? Nach Blunderſtone nüber. Mit einer hübſchen kleinen Leiche, die neben die andere Leiche gelegt wurde. Und Sie


