David Kopperfield. 15
„Armer Ham!“ rief ich aus.
„Meine gute Schweſter beſorgt ſein Hausweſen, ſehen Sie, Madam, und er hat ſie ſehr lieb,“ ſetzte Mr. Peggotty zu beſſerer Verſtändigung für meine Tante hinzu.„Er ſetzt ſich hin und red't mit ihr in ruhiger Weiſe, wenn es ausſieht, als ob er ſeine Lippen kaum aufkriegen könnte. Armer Kerl!“ ſagte Mr. Peggotty, indem er den Kopf ſchüttelte,„er hat nicht ſo viel übrig, daß er das Bischen, was er hat, ſparen könnte!“
„Und Frau Gummidge?“ fragte ich.
„Na, ich habe mich's hin und her überlegt, kann ich Ihnen ſagen,“ erwiederte Mr. Peggotty mit einer verlegenen Miene, die ſich allmählig aufheiterte, als er fortfuhr,„ hinſichtlich der Frau Gummidge. Sehen Sie, wenn Frau Gummidge an den Alten denkt, da iſt ſie nicht, was man eine gute Geſellſchafterin nennen mag. Unter uns, Ihnen und mir— und Ihnen Madam— wenn Frau Gummidge anfängt zu grinſen— unſer altes Wort für Weinen— ſo iſt's ſehr möglich, daß man ſie unter Denen, die den Alten nicht gekannt haben, unan⸗ genehm findet. Na, ich habe den Alten freilich gekannt,“ ſagte Mr. Peggotty,„und ich kannte ſeine Vorzüge, und ſo verſtehe ich ſte; aber ſehen Sie, das iſt nicht überall ſo mit andere Leute— natürlich nicht.“
Meine Tante und ich bejahten, was er geſagt.
„Außerdem,“ ſagte Mr. Peggotty,„könnte meine Schweſter,— ich ſage nicht, ſie würde, aber ſie könnte — finden, daß Frau Gummidge ihr dann und wann ein Biſſel Ungelegenheit machen würde. Deshalb iſt es nicht meine Abſicht, Frau Gummidge mit ihnen zuſam⸗ menzubringen, aber ich will ein Weſen für ſie ausfin⸗ dig machen, wo ſie für ſich handthieren kann.(Ein Weſen bedeutet in dieſem Dialect ein Hausweſen). Zu


