Teil eines Werkes 
9. Theil (1850)
Entstehung
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14 David Kopperfield.

nicht getrauen, mündlich Bezug zu nehmen auf den Ge⸗ genſtand ihres Lobes. Wir verharrten Alle ſchweigend und mit unſern eignen Gedanken beſchäftigt(wobei meine Tante ihre Augen trocknete und bald krampfhaft ſchluchzte, bald lachte und ſich eine Närrin nannte) bis ich end⸗ lich ſprach.

Sie ſind ſich jedenfalls völlig klar über die Zu⸗ kunft, guter Freund? ſagte ich zu Mr. Peggotty.Ich brauche Sie kaum zu fragen.

Völlig klar, Musje Davchen, erwiederte er,und ich habe auch Emilchen geſagt, daß es große mächtige Länder giebt, weit weg von hier. Unſere Zukunft liegt über der See drüben.

Sie wollen zuſammen auswandern, Tante, ſagte ich.

Ja, verſetzte Mr. Peggotty mit einem hoffnungs⸗ reichen Lächeln.Niemand kann meinem Liebling in Auſtralien Vorwürfe machen. Wir wollen dort ein neues Leben beginnen.

Ich fragte ihn, ob er ſich ſchon irgendwie hinſicht⸗ lich der Zeit zur Abreiſe entſchloſſen habe.

Ich war dieſen Morgen frühzeitig unten an den Docks, entgegnete er,um Nachrichten über die Schiffe einzuziehen. In ohngefähr ſechs Wochen oder zwei Mo⸗ naten wird eines abſegeln ich ſah es dieſen Mor⸗ gen ging an Bord und wir werden in dem⸗ ſelben unſere Fahrt machen.

Ganz allein? fragte ich.

Ja, Musje Davchen, erwiederte er.Meine Schweſter, ſehen Sie, die iſt Ihnen und Ihren Leuten ſo gut und ſo gewohnt, nur an ihr Vaterland zu denken, daß es kaum recht ſein würde, ſie gehen zu laſſen. Au⸗ ßerdem iſt Jemand da, der ihr übergeben iſt, Musje Davchen, und den wir nicht vergeſſen dürfen.