David Kopperfield. 7
ſie erwartete eines in nicht langer Zeit. Und möge mein Gebet zum Himmel dringen, daß es für ſie ihr ganzes Lebelang ein Glück und ein Troſt und eine Ehre ſein moͤge! Möge es ſie lieben und ehren in ihrem Alter, ihr hülfreich ſein in der letzten Stunde, ein En⸗ gel für ſie jetzt und immerdar!“
„Amen!“ ſagte meine Tante.
„Sie war ein Bischen ſchüchtern und ängſtlich ge⸗ weſt,“ fuhr Mr. Peggotty fort,„und hatte zur Erſt ein Stückchen davon bei ihrem Spinnerade oder ſo'ner Art Arbeit geſeſſen, als Emilchen zu die Kinder ge⸗ ſprochen hatte. Aber Emilchen hatte ſie bemerkt und war zu ihr hingegangen und hatte mit ihr gered't, und da das junge Weibſen die Kinder auch leiden konnte, waren ſie bald gute Freunde geworden, und zwar ſo gute Freunde, daß ſie, wenn Emilchen dieſen Weg kam, ihr alle Mal Blumen geben that. Die war's, welche ſie jetzt fragte, was ihr denn fehlen thäte. Emilchen erzählte ihr's, und ſie nahm ſie mit ſich heim. Ja wirklich, ſie that's. Sie nahm ſie mit ſich nach Hauſe,“ ſagte Mr. Peggotty, indem er ſein Geſicht bedeckte.
Er war von dieſer Wohlthat mehr gerührt, als ich ihn je geſehen ſeit der Nacht, wo ſie wegging. Meine Tante und ich verſuchten nicht, ihn zu ſtören.
„Sie können ſich denken, es war'ne kleine Hütte,“ ſagte er bald darauf,„aber ſie fand Raum für Emil⸗ chen drinne— ihr Mann war fort auf der See— und ſie hielt es geheim und überred'te die Nachbarn, die ſie hatte(es waren ihrer nicht viel da herum), es ebenfalls geheim zu halten. Emilchen aber wurde von einem böſen Fieber befallen, und was mir ſehr wun⸗ derbar vorkommen thut— Gelehrten iſt's vielleicht nicht


