Teil eines Werkes 
9. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 5

als ſie mich erkennen that, da kniete ſie nieder zu mei⸗ nen Füßen und erzählte mich, als ob ſie beten thäte, wie Alles gekommen war. Sie können mich's glauben, als ich ihre Stimme hörte, wie ich ſie zu Hauſe ſo luſtig gehört hatte, und ſie ſo erniedrigt ſah, als ob es in dem Staube wäre, in den unſer Herr und Heiland einſt mit ſeiner geſegneten Hand ſchrieb da fühlte ich, wie mir's einen Stich durchs Herze gab mitten in ſeiner Dankbarkeit.

Er wiſchte ſich mit dem Aermel ſein Geſicht ohne zu thun, als wolle er verbergen, warum, und huſtete dann, um mit klarer Stimme weiter zu ſprechen.

Es dauerte nicht lange, daß ich das fühlen that; denn ſie war ja gefunden. Ich durfte blos dran denken, daß ſie gefunden war, und weg war's. Ich weiß wahr⸗ haftig nicht, warum ich's überhaupt hier erwähnen thue; mir fiel's noch'ne Minute vorher nicht ein, nur ein Wort von mich ſelber zu reden, aber's kam ſo natürlich, daß ich ihm nachgab, ehe ich's merken that.

Sie ſind ein ſelbſtverleugnendes Gemüth, ſagte meine Tante,und werden Ihren Lohn dafür er⸗ halten.

Mr. Peggotty, dem die Schatten der Blätter über das Geſicht ſpielten, beugte erſtaunt den Kopf gegen meine Tante, als wollte er ihre gute Meinung von ihm dankbar anerkennen; dann nahm er den Faden wieder auf, den er fallen gelaſſen.

Als meine Emilchen fliehen that, ſagte er, einen Augenblick ſtreng und zornig,aus dem Hauſe, wo ſie eingeſperrt worden war von jener ſcheckigen Schlange, wie Musje Davchen weiß und ſeine Geſchichte iſt wahr, und möge Gott ihn verdammen! da flüchtete ſte in der Nacht. Es war'ne finſtre Nacht, wo viele