David Kopperfield.
„Doch hoffentlich nicht deswegen, weil ich hier bin, Madam?“ entgegnete Mr. Peggotty.„Wenn ich nicht ganz dämelig im Kopfe bin“— damit wollte Mr. Peg⸗ gotty ſagen taumelig—„dieſen Morgen, ſo wollen Sie meinetwegen weggehen?“
„Sie haben etwas zu beſprechen, mein guter Freund,“ entgegnete meine Tante,„und werden das beſſer ohne mich abmachen.“
„Mit Ihrer Erlaubniß, Madam,“ erwiederte Mr. Peggotty,„Sie würden mich'ne Gefälligkeit erzeigen, wenn Sie, vorausgeſetzt, daß Sie mein Gelaber nicht unangenehm iſt, hier bleiben thäten.“
„Wirklich?“ ſagte meine Tante in ihrer kurz an⸗ gebundenen Gutmüthigkeit.„Dann werd' ich wahr⸗ haftig dableiben.“
So ſteckte ſie ihren Arm durch den Arm Mr. Peg⸗ gotty's und ging mit ihm nach einem laubüberrankten Sommerhäuschen am Ende des Gartens, wo ſie ſich auf eine Bank ſetzte und ich mich neben ihr niederließ. Es war auch für Mr. Peggotty ein Sitz da, aber er zog es vor, zu ſtehen, wobei er ſeine Hand auf den kleinen rohgearbeiteten Tiſch ſtemmte. Als er ſo da⸗ ſtand und ein Weilchen auf ſeine Mütze blickte, bevor er zu ſprechen begann, konnte ich nicht umhin, zu be⸗ merken, was für eine Kraft und Seelenſtärke ſeine ſeh⸗ nige Hand ausdrückte und was für eine gute und eh⸗ renveſte Begleiterin ſie von ſeiner wackern Stirn und
ſeinem eiſengrauen Haare war.
„Ich ſchaffte geſtern Abend mein liebes Kind fort in meine Stube,“ begann Mr. Peggotty, indem er ſeine Augen zu den unſern erhob,„wo ich ſie ſchon lange erwartet und Alles für ſie zurechte gemacht hatte. Es dauerte Stunden lang, ehe ſie mich erkannte, und


