Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
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156 David Kopperfield.

rakter auf der gemeinſchaftlichen Treppe bekannt machen laſſen. Es heißt, es giebt auch anſtändige Frauen in dem Hauſe, und es wäre ein Elend, wenn ſolch eine Frucht wie Sie unter ihnen ſein ſollte, und zwar ohne daß ſie's wüßten. Wenn Sie hier ausziehen und ir⸗ gendwo in dieſer Stadt in irgend einer Rolle eine Zu⸗ flucht ſuchen, ausgenommen in ihrer wahren(welche ich Ihnen gern anzunehmen erlaube, und in welcher ich Sie nicht ſtören will) ſo ſoll Ihnen derſelbe Dienſt ge⸗ than werden, ſobald ich nur von Ihrem Schlupfwinkel höre. Mit Hülfe eines Herrn, welcher ſich vor nicht langer Zeit um die Gunſt Ihrer Hand bewarb, hoffe ich zuverſichtlich, dies bewerkſtelligen zu können.

Wollte er denn gar nicht, gar nicht kommen? Wie lange ſollte ich dies ertragen? Wie lange konnte ich es ertragen?

Oh wehe, oh wehe mir! rief die unſelige Emi⸗ lie in einem Tone, welcher meiner Meinung nach das härteſte Herz gerührt haben könnte; aber in Roſa Dartles lächelnden Zügen gab es kein Erbarmen.Oh was ſoll ich, was ſoll ich nur thun!

Thun? entgegnete die Andere.Glücklich leben in Ihren Erinnerungen! Ihr Daſein dem Andenken an James Steerforths Zärtlichkeit, der Sie oder war's nicht ſo? ſeinem Bedienten zur Frau geben wollte, oder dankbaren Gefühlen für das aufrichtige und treffliche Geſchöpf weihen, welches Sie als ſein Geſchenk angenommen haben würde. Oder, wenn jene ſtolzen Erinnerungen und das Bewußtſein Ihrer eignen Vorzüge und die ehrenvolle Stellung, zu welcher man Sie in den Augen Jedermanns erhoben hat, welcher menſchliche Geſtalt trägt, Sie nicht aufrecht erhalten wollen, ſo heirathen Sie jenen guten Mann und ſeien