David Kopperfield. 157
Sie glücklich in ſeiner Herablaſſung. Wenn auch das nicht gehen will, ſo ſterben Sie. Es giebt Thorwege und Kehrichthaufen für ſolche Tode und ſolche Verzweif⸗ lung,— mögen Sie einen finden, und dann fliegen Sie auf gen Himmel!“
Ich hörte in der Ferne einen Fuß auf der Treppe. Ich kannte ihn, ich war meiner Sache gewiß. Es war der ſeine, Gott ſei Dank!
Sie bewegte ſich langſam von ihrem Standorte vor der Thür weg, als ſie dies ſagte, und verſchwand mir aus den Augen.
„Aber merken Sie ſich's,“ fügte ſie langſam und mit Nachdruck hinzu, indem ſie die andere Thür öffnete, um fortzugehen.„Ich bin aus Gründen, die ich habe, und aus Haß, den ich hege, entſchloſſen, Sie aus der Ge⸗ ſellſchaft zu vertreiben; es ſei denn, daß Sie ſich ganz aus meinem Bereiche zurückziehen oder Ihre ſchöne Maske fallen laſſen. Das iſt's, was ich zu ſagen hatte, und was ich ſage, gedenk' ich zu thun.“
Der Fuß auf der Treppe kam näher— immer näher— ſchritt an ihr vorüber, als ſie die Treppe hinabging— eilte in das Zimmer.
„Onkel!“
Ein furchtbarer Schrei folgte dem Worte. Ich hielt einen Augenblick an mich, und indem ich hineinblickte, ſah ich, wie er ihre beſinnungsloſe Geſtalt in ſeinen Armen hielt. Er ſchaute ihr ein paar Sekunden ins Geſicht, bückte ſich dann, ſie zu küſſen— oh wie zärt⸗ lich!— und zog dann ein Taſchentuch über daſſelbe.
„Musje Davchen,“ verſetzte er mit einer gedämpf⸗ ten bebenden Stimme, als ihr Antlitz bedeckt war,„ich danke meinem himmliſchen Vater, daß mein Traum ausgeht! Ich danke ihm von Herzen, daß er mich auf


