David Kopperfield. 147 haften Hof, welcher den gemeinſchaftlichen Kehrichthau⸗ fen des Gebäudes abgab.
Wir ſtiegen ins letzte Geſtock des Hauſes hinauf. Zwei oder drei Mal auf dem Wege war mir's, als bemerkte ich in dem unbeſtimmten Lichte die Rockſchweife einer weiblichen Geſtalt, die vor uns hinaufging. Als wir uns zum Erſteigen der letzten Treppenabtheilung zwiſchen uns und dem Dache wendeten, bekamen wir dieſe Geſtalt voll zu Geſicht, wie ſie einen Augenblick vor einer Thür ſtillſtand. Dann drehte ſie die Klinke und ging hinein.
„Was iſt das,“ fragte Martha mit einem Geflü⸗ ſter.„Sie iſt in meine Stube gegangen, und ich kenne ſie nicht.“
Ich meinestheils kannte ſie. Ich hatte in ihr mit Erſtaunen Miß Dartle wieder erkannt.
Ich äußerte zu meiner Führerin etwas, womit ich ihr in wenigen Worten ſagte, daß es eine Dame ſei, die ich ſchon früher geſehen; und kaum hatte ich dies gethan, als wir ihre Stimme im Zimmer hörten, doch ohne von da aus, wo wir ſtanden, zu verſtehen, was ſte ſagte. Martha wiederholte mit erſchrockener Miene ihre frühere Geberde und führte mich leiſe die Treppe hinauf und dann durch eine kleine Hinterthür, welche kein Schloß zu haben ſchien und von ihr durch eine Berührung aufgeſtoßen wurde, in ein leeres Dach⸗ ſtübchen mit einer ſchieflaufenden Decke, wenig beſſer als ein Speiſekämmerchen. Zwiſchen dieſem Raume und der Stube, welche ſie die ihre genannt hatte, befand ſich ein Verbindungsthürchen, welches zum Theil offen ſtand. Hier hielten wir, athemlos vom Heraufſteigen, an, und ſie legte mir ihre Hand leicht auf die Lippen. Ich konnte von dem jenſeitigen Zimmer nur ſehen, daß
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