Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
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132 David Kopperfield.

Wir ſchritten wieder Arm in Arm weiter, fanden die Kutſche im Begriffe, abzufahren, und kamen in High⸗ gate an, ohne auf dem Wege Schwierigkeiten zu be⸗ gegnen. Mir war ſehr unbehaglich zu Muthe, und ich war mir in meinem Innern ſehr ungewiß, was am Geeignetſten zu ſagen oder zu thun ſei Daſſelbe war augenſcheinlich mit Traddles der Fall. Mr. Micawber war meiſtentheils in die tiefſte Betrübniß verſenkt. Er machte gelegentlich einen Verſuch, ſich zu putzen und den Refrain einer Melodie zu ſummen; aber ſein Zu⸗ rückfallen in tiefe Melancholie wurde nur um ſo bemerk⸗ barer durch den Spott, der in einem außerordentlich auf eine Seite geſetzten Hute und Vatermördern lag, die bis zu den Augen heraufgezogen waren.

Wir zogen es vor, ins Haus meiner Tante ſtatt in das meine zu gehen, weil Dora nicht wohl war. Meine Tante präſentirte ſich, als nach ihr geſchickt worden war, und bewillkommte Mr. Micawber mit anmuthiger Herzlichkeit. Mr. Micawber küßte ihr die Hand, zog ſich nach dem Fenſter zurück und hatte, indem er ſein Taſchentuch hervorlangte, einen Seelenkampf mit ſich ſelbſt zu beſtehen.

Mr. Dick war zu Hauſe. Er war von Natur ſo außerordentlich voll Mitleid mit Jedermann, der ſich übel zu befinden ſchien, und ſo ſchnell, ſolch eine Per⸗ ſon herauszufinden, daß er in fünf Minuten Mr. Mi⸗ cawber mindeſtens ein halb Dutzend Mal die Hand ſchüttelte. Mr. Micawber in ſeiner Seelenqual war dieſer warme Antheil, den ein Fremder an ihm nahm, ſo ungemein rührend, daß er bei Gelegenheit jeder dieſer aufeinander folgenden Schüttelungen nur ſagen konnte:Mein lieber Herr, Sie beſchämen mich ganz durch Ihre Güte! Und das gefiel Mr. Dick ſo ſehr,