Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

David Kopperfield.

Ich wollte, begann meine Frau nach einem langen Schweigen wieder,daß ich auf ein ganzes Jahr aufs Land hinaus hätte gehen und mit Agnes leben können.

Ihre Hände lagen gefaltet auf meiner Schulter, ihr Kinn ruhte auf denſelben, und ihre blauen Augen ſchau⸗ ten ruhig in die meinigen.

Wie ſo? fragte ich.

Ich glaube, daß ſie mich weiter hätte bringen kön⸗ nen, und daß ich von ihr hätte lernen können, ſagte Dora.

Alles zu rechter Zeit, meine Liebe. Du ſollteſt Dich erinnern, daß Agnes dieſe Jahre daher ihr Au⸗ genmerk auf ihren Vater hat gerichtet haben müſſen. Schon als ſie noch ein vollkommenes Kind war, war ſie die Agnes, die wir kennen, verſetzte ich.

Willſt Du mich bei einem Namen rufen, bei dem ich gern von Dir gerufen ſein möchte? fragte Dora, ohne ſich zu bewegen.

Was iſt's für einer? fragte ich lächelnd.

s iſt ein dummer Name, ſagte ſie, indem ſie ihre Locken einen Augenblick ſchüttelte.Kindiſches Weibchen.

Lachend fragte ich mein kindiſches Weibchen, was ſie dabei im Auge habe, wenn ſie ſo genannt zu ſein wünſchte. Sie antwortete, ohne ſich anders zu bewe⸗ gen, als der Arm, mit dem ich ſie umſchlang, mir ihre blauen Augen näher gebracht haben mag.

Ich meine nicht, Du einfältiger Schlingel, daß Du jenen Namen ſtatt Dora gebrauchen ſollſt. Ich meine blos, daß Du über mich in der Art denken ſollſt. Wenn Du im Begriffe ſtehſt, garſtig mit mir zu ſein, ſo ſage zu Dir:'s iſt ja blos mein kindiſches Weibchen. Wenn ich Deinen Wünſchen ſehr wenig entſpreche, ſo ſage: