Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 13

emporhielt, um mir nach Hauſe zu leuchten, ſchien mir's, als ob durch ihre Art, mich zu beobachten, wieder ein Zug von Beſorgniß gehe, aber ich war zu ſehr von Gedanken über das, was ſie geſagt, in An⸗ ſpruch genommen, und die Ueberzeugung, daß Dora und ich allerdings unſere Zukunft für uns ſelbſt auszuge⸗ ſtalten hätten und Niemand uns Beiſtand leiſten könnte, hatte ſich mir zum erſten Male in der Wirklichkeit zu ſehr aufgedrängt, um groß Notiz von dieſem Zuge zu nehmen.

Dora kam leiſe heruntergeſchlichen in ihren Pantöf⸗ felchen, um jetzt, wo ich allein war, mich zu ſprechen; und ſie weinte auf meiner Schulter und ſagte, ich ſei hartherzig und ſie ſei garſtig geweſen, und ich ſagte, daß ich ſo ziemlich Daſſelbe glaube; und wir verſöhnten uns und kamen überein, daß unſer erſter kleiner Zank unſer letzter ſein ſollte, und daß wir nie wieder einen haben ſollten, wenn wir auch hundert Jahre lebten.

Die nächſte häusliche Prüfung, die wir durchzu⸗ machen hatten, war das Durchprobiren der Dienſtboten. Der Vetter Mary Anne's deſertirte, verkroch ſich in unſer Kohlenloch und wurde zu unſerer größten Be⸗ ſtürzung von einem Piquet ſeiner Kameraden mit Ober⸗ und Untergewehr herausgeholt, welche ihn geſchloſſen in einer Proceſſion abführten, die unſern Garten vor dem Hauſe mit Schmach bedeckte. Dies gab mir den Muth, Mary Anne wegzujagen, welche nach Empfang ihres Lohnes ſo ſanftmüthig fortging, daß ich erſtaunt war, bis ich die Geſchichte mit den Theelöffeln und ebenſo mit den kleinen Summen herausfand, die ſie in mei⸗ nem Namen, aber ohne Auftrag von mir, von den Krämern und Handwerkern geborgt hatte. Nach einer Zwiſchenzeit, welche Mrs. Kidgerbury ausfüllte mei⸗