Teil eines Werkes 
8. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield.

Meine kleine Frau kam und ſetzte ſich auf meine Knie, um mich durch Streicheln und Schmeicheln zu beruhigen und zog mir mit ihrem Bleiſtifte einen Strich über die Mitte meiner Naſe herunter, aber ich konnte den doch nicht eſſen, obſchon er ſehr niedlich war.

Denkſt Du nicht, mein Herz, ſagte ich,daß es beſſer für Dich ſein würde, Mary Anne darüber den Kopf zurecht zu ſetzen?

O bitte, nein! Ich könnte nicht, Daddy, rief Dora aus.

Warum denn nicht, meine Liebe? fragte ich ſanft.

Oh, weil ich ſolch ein Gänschen bin, antwortete Dora,und ſie es weiß, daß ich das bin.

Ich hielt dieſen Ausſpruch für ſo unvereinbar mit der Aufſtellung irgend eines Einſchüchterungsſyſtems hin⸗ ſichtlich Mary Anne's, daß ich ein etwas mürriſches Ge⸗ ſicht zog.

Oh was ſind das für häßliche Falten auf der Stirne meines böſen Jungen! rief Dora, und indem ſte ſich immernoch auf meinem Knie befand, malte ſie die Falten mit ihrem Bleiſtifte aus, wobei ſie denſelben an ihre roſigen Lippen führte, damit er ſchwärzer zeichne, und mit einer niedlichen Verſtellung ſo that, als ob ſie an meiner Stirne fleißig arbeitete, was mich trotz meiner ſelbſt ganz entzückte.

Das iſt doch ein gutes Kind, ſagte Dora,es macht ſein Geſicht um ſo viel hübſcher, wenn es lacht.

Aber, mein Herz, entgegnete ich.

Nein, nein, bitte! ſchrie Dora, indem ſie mir einen Kuß gab.Sei kein abſcheulicher Blaubart. Sei nicht ernſthaft.

Mein koſtbares Frauchen, ſagte ich,wir müſ⸗ ſen aber manchmal ernſthaft ſein. Komm, ſetz' Dich