David Kopperfield. 7
auf dieſen Stuhl hier, gleich neben mich. Gieb mir den Bleiſtift! Da! Nun laß uns'mal vernünftig reden. Du weißt, meine Liebe,“— ach, was für eine kleine Hand war es, die ich hielt, und was für ein niedlicher Hochzeitsring war es, den ich ſah!„Du weißt, meine Liebe, es iſt nicht gerade angenehm für Jemand, ohne ſein Mittagseſſen ausgehen zu müſſen. Na, iſt's nicht wahr?“
„N—n— nein!“ erwiederte Dora leiſe.
„Mein Herz, wie Du aber zitterſt!“
„Weil ich weiß, daß Du mich nun auszuzanken an⸗ fangen wirſt,“ rief Dora mit kläglicher Stimme aus.
„Mein ſüßes Leben, ich bin nur im Begriffe, ver⸗ nünftig mit Dir zu reden.“
„Oh, aber dieſes vernünftig Reden iſt ſchlimmer als Auszanken,“ ſchrie Dora in Verzweiflung.„Ich habe nicht deshalb geheirathet, damit man mit mir vernünftig rede. Wenn Du Vernunftgründe anwenden wollteſt gegen ſolch ein armes kleines Ding, als ich bin, ſo hätteſt Du mir das früher ſagen ſollen, Du grau⸗ ſamer Junge.“
Ich verſuchte es, Dora zu beruhigen, aber ſie wandte ihr Geſicht ab und ſchüttelte ihre Locken von Seite zu Seite und ſagte:„Du grauſamer, grauſamer Junge!“ ſo oft, daß ich wirklich nicht recht genau wußte, was da zu thun ſei. So ging ich in meiner Ungewißheit ein paar Mal in der Stube auf und ab und kam dann wieder zurück.
„Dora, mein Liebling.“
„Nein, ich bin nicht Dein Liebling. Denn Du mußt verdrießlich ſein, daß Du mich geheirathet haſt, ſonſt würdeſt Du nicht mit Deinem Vernünftig⸗Reden mit mir anfangen!“ entgegnete Dora.


