Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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156 David Kopperfield.

Agnes, welche Dora in ihre Obhut nimmt; von mei⸗ ner Tante, welche bemüht iſt, ſich als ein Muſterbild von Ernſthaftigkeit zu zeigen, und der die Thränen über das Geſicht laufen; von der kleinen Dora, welche ſehr zittert und ihre Antworten in leiſem Geflüſter giebt.

Ein Traum davon, daß wir zuſammen niederknien, Seite an Seite; davon, daß Dora immer weniger zit⸗ tert, aber immernoch Agnes an der Hand gefaßt hält; davon, daß die gottesdienſtliche Feierlichkeit ruhig und würdig durchgemacht wird; davon, daß wir uns mit einem wechſelnden Aprilwetter von Lachen und Thränen einander ins Geſicht ſehen, als ſie vorüber iſt; davon, daß meine junge Frau in der Sakriſtei hyſteriſche Zu⸗ fälle bekommt und nach ihrem Papa, ihrem lieben Papa ſchreit.

Ein Traum davon, daß ſie bald wieder heiter wird, und daß wir alle in der Runde das Regiſter unter⸗ zeichnen. Davon, daß ich in die Gallerie gehe, um Peggotty zu holen, damit ſie es auch unterzeichne; davon, daß Peggotty mir in einem Winkel um den Hals fällt und mir erzählt, daß ſie meine liebe Mut⸗ ter habe trauen ſehen; davon, daß es vorbei iſt und wir fortgehen.

Ein Traum davon, daß ich voll Stolz und Liebe den Säulengang entlang wandle mit meinem holden Weibe an meinem Arme, durch einen Nebel, in wel⸗ chem halbgeſehene Leute, Kanzeln, Grabmäler, Kirch⸗ ſtühle, Taufſteine, Orgeln und Kirchenfenſter ſtehen, und in welchem leiſe Anklänge an die Kirche meiner Kindheit und Heimat hereinſäuſeln, die ich ſo lange nicht geſehen.

Ein Traum davon, daß man, als wir vorbeigehen, wiſpert, was für ein junges Paar wir doch ſeien und