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David Kopperfield. 155
„Bſt, Kind!“ ſagt meine Tante, und in über⸗ wallender Herzenserregung giebt ſie ihre Hand Tradd⸗ les, der ſeine dann Mr. Dick giebt, welcher die ſeine mir giebt, der ich die meine dann wieder Traddles gebe, und dann kommen wir an die Kirchthür.
Die Kirche iſt wahrhaftig ruhig genug, aber ſie könnte ein Dampfwebſtuhl in vollem Gange ſein, ſie würde doch den beruhigenden Einfluß üben, den ſie auf mich hat. Ich bin dazu zu weit vorwärts geſchritten.
Das Uebrige iſt alles mehr oder minder ein unzu⸗ ſammenhängender Traum.
Ein Traum von ihrem Hereinkommen mit Dora, von der Kirchſtuhlſchließerin, die uns wie ein Rekruten exercirender Sergeant vor dem Altargitter in Reihe und Glied ſtellt; davon, daß ich mich wundere, warum Kirch⸗ ſtuhlſchließerinnen allemal die allerunangenehmſten Wei⸗ ber ſein müſſen, die zu kriegen ſind, und ob es irgend eine fromme Furcht vor einer verhängnißvollen Ein⸗ miſchung guter Laune iſt, was es zu einer unumgäng⸗ lichen Nothwendigkeit macht, daß dieſe Eſſigkrüge auf die Straße zum Himmel geſetzt werden.
Ein Traum ſodann von dem Erſcheinen des Geiſt⸗ lichen und des Küſters, von dem zufälligen Hereinkom⸗ men einiger Schiffersleute und andern Volks, von einem alten Seemann hinter mir, der die Kirche tüchtig mit Rum durchduftet, von dem Beginne der gottesdienſt⸗ lichen Handlung in einer tiefen Stimme und davon, daß daß wir Alle ſehr andächtig ſind.
Ein Traum ferner von Miß Lavinia, welche als eine halbe oder Hülfsbrautjungfer handelt, wobei ſie die Erſte iſt, welche weint und(wie ich es auffaſſe) dem Anden⸗ ken Pidgers eine Spende von Seußzern bringt; von Miß Clariſſa, welche ihr Riechfläſchchen anwendet; von


