Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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154 David Kopperfield.

ſehen. Sie iſt in ein lavendelfarbenes Seidenkleid ge⸗ hüllt, hat einen weißen Hut auf und iſt eine erſtaunlich großartige Erſcheinung. Janet hat ſie angezogen und iſt da, mich zu ſehen. Peggotty iſt bereit, in die Kirche zu gehen, indem ſie die Abſicht hat, die Feierlichkeit von der Gallerie aus anzuſchauen. Mr. Dick, welcher mir meinen Liebling am Altare zuführen wird, hat ſich die Haare kräuſeln laſſen. Traddles, den ich auf vor⸗ herige Beſtellung an der Chauſſee getroffen habe, ſtellt eine ſtaunenswerthe Farbencombination von Rahmgelb und Lichtblau dar, und Beide, er und Mr. Dick, machen im Allgemeinen den Eindruck, als ob ſie ganz Hand⸗ ſchuh wären.

Kein Zweifel, daß ich dies ſehe; denn ich weiß, es iſt ſo; aber ich bin zerſtreut, und mir iſt, als ob ich nichts ſähe. Ich ſcheine überhaupt nichts zu ſehen. In⸗ deß, während wir in einer offnen Kutſche den Weg ent⸗ lang fahren, ſo iſt dieſe feenhafte Heirath wirklich ge⸗ nug, um mich mit einer Art verwunderten Mitleids mit den unglücklichen Leuten zu erfüllen, welche keine Rolle dabei ſpielen, ſondern ihre Laden ausfegen und an ihre Alltagsbeſchäftigungen gehen.

Meine Tante ſitzt den ganzen Weg über da und hält meine Hand in den ihren. Als wir ein Stück⸗ chen Wegs von der Kirche ſtill halten, um Peggotty abzuſetzen, welche wir auf dem Bocke hergebracht haben, giebt ſie meiner Hand einen Druck und mir einen Kuß.

Gott ſegne Dich, Trot! Mein eigner Knabe könnte mir nicht theurer ſein! Ich denke an das arme liebe Püppchen dieſen Morgen.

Auch ich gedenke an ſie. Und an Alles, was ich Ihnen, liebe Tante, ſchulde.