Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 153

gen und einem erröthenden Geſichte. Augen und Ge⸗ ſicht gehören Dora an, und Miß Lavinia hat ſie in den für morgen beſtimmten Staat gekleidet, Kleid, Hut und Alles, damit ich mir's beſehe. Ich ziehe mein klei⸗ nes Weib an mein Herz, und Miß Lavinia ſtößt einen leiſen Schrei aus, weil ich den Hut verſchiebe, und Dora lacht und weint in Einem, weil ich ſo entzückt bin, und ich glaube es weniger als je.

Denkſt Du, es ſieht hübſch aus, Daddy? ſagt Dora.

Hübſch! Ei, ich ſollte meinen, ich hielt es für hübſch.

Und biſt Du gewiß, daß Du mich ſehr lieb haſt? fragt Dora.

Dieſes Thema ſchließt ſo viel Gefahr für den Hut in ſich, daß Miß Lavinia abermals einen leiſen Schrei ausſtößt und mich in Betracht zu ziehen bittet, daß der Hut blos zum Beſehen, aber durchaus nicht zum An⸗ greifen da iſt. So ſteht denn Dora eine oder ein paar Minuten in wonnevoller Verwirrung da, um ſich be⸗ wundern zu laſſen, und dann nimmt ſie ihren Hut ab, ohne den ſie ſo natürlich ausſieht, und läuft, ihn in der Hand, davon und kommt in ihrem Alltagsanzuge wieder heruntergetanzt und fragt Zig, ob ich nicht ein wunderſchönes kleines Weibchen bekommen habe, und ob er's ihr verzeihen wolle, daß ſie heirathe, und kniet nieder, um ihn das letzte Mal als unverheira⸗ thetes Mädchen auf dem Kochbuche aufrecht ſtehen zu laſſen.

Ich gehe nach Hauſe, ungläubiger wie je, in eine Wohnung, die ich hart daneben habe, und ſtehe ſehr zeitig am Morgen auf, um auf die Straße von High⸗ gate zu reiten und meine Tante zu holen.

Nie habe ich meine Tante in ſolch einer Pracht ge⸗