Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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152 David Kopperfield.

Auch den nächſten Tag, wo wir alleſammt gehen, um uns das Haus unſer Haus Dora's und mein Haus anzuſehen, bin ich vollkommen unfähig, mich als den Herrn deſſelben zu betrachten. Mirr iſt, als wäre ich dort auf Erlaubniß eines Andern. Ich erwarte ſo halb und halb, daß der wirkliche Herr bald nach Hauſe kommen und ſagen wird, er freue ſich, mich zu ſehen. Was für ein ſchönes kleines Haus iſt es, mit Allem darin ſo licht und neu: mit den Blumen auf den Teppichen, die ausſehen, als ob ſie eben erſt geſammelt worden, und den grünen Blättern auf den Tapeten, die ſoeben erſt herausgekommen zu ſein ſchei⸗ nen; mit den fleckenloſen Muſſelinvorhängen und dem erröthenden roſenfarbenen Hausgeräthe und Dora's Gar⸗ tenhute mit dem blauen Bande erinnere ich mich doch jetzt, wie ich mich in ſie in ebenſo einem Hute ver⸗ liebte, als ich ſie zuerſt ſah der bereits an ſeinem kleinen Pflocke hängt; die Guitarrenkapſel ganz zu Hauſe auf ihren Ferſen in einem Winkel ſtehend und Zigs Pa⸗ gode, über welche Jedermann ſtolpert, und welche viel zu groß für die Wohnung iſt.

Noch ein glücklicher Abend, ganz ebenſo unwirklich als alle übrigen, und ich ſchleiche mich vor dem Weg⸗ gehen in das gewöhnliche Zimmer. Dora iſt nicht da. Ich vermuthe, ſie ſind noch nicht mit Anprobiren fer⸗ tig. Miß Lavinia guckt herein und ſagt mir geheim⸗ nißvoll, daß ſie nicht lange mehr ſein wird. Sie iſt indeſſen ziemlich lange; aber endlich höre ich ein Raſcheln an der Thür, und es klopft Jemand.

Ich ſageHerein, aber der Jemand pocht noch⸗ mals.

Ich gehe an die Thür, mich verwundert fragend, wer es iſt. Dort begegne ich einem Paare heller Au⸗