150 David Kopperfield.
davon merken muß, daß ich übermorgen heirathen ſoll. Der Surrogate kennt mich, wenn ich gehe, um den Eid abzulegen, und macht es kurz mit mir, als ob eine Art Freimaurer⸗Erkennung zwiſchen uns ſtattfände. Tradd⸗ les wird dabei durchaus nicht gebraucht, iſt aber als mein Rückenhalt in allen Dingen zugegen.
„Ich hoffe, wenn Du das nächſte Mal hierher kommſt, mein lieber Junge,“ ſage ich zu Traddles,„ſo wird es in derſelben Abſicht, aber für Dich ſelbſt ſein. Und ich hoffe, es wird bald werden.“
„Danke Dir für Deine guten Wünſche, mein lie⸗ ber Kopperfield,“ erwiedert er;„ich hoffe auch ſo. Es gereicht mir zur Genugthuung, zu wiſſen, daß ſie jede nur denkbare Zeit warten wird, und daß ſie wirklich das herzigſte Mädchen iſt—“
„Wenn willſt Du ſie an der Poſtkutſche treffen?“ frage ich.
„Um ſieben,“ ſagt Traddles, indem er einen Blick auf ſeine plumpe, alte ſilberne Uhr wirft— dieſelbe Uhr, aus der er einſt in der Schulanſtalt ein Rad nahm, um eine Waſſermühle zu machen.„Das iſt ohngefähr die Zeit, wo Fräulein Wickfield kommt, nicht wahr?“
„Ein Bischen früher. Ihre Zeit iſt halb neun.“
„Ich verſichere Dir, mein lieber Junge,“ fährt Tradd⸗ les fort,„ich bin Dir wahrhaftig faſt ſo vergnügt, als ob ich im Begriffe ſtände, mich ſelber zu verheirathen, wenn ich daran denke, daß dieſe Angelegenheit zu ſo einem glücklichen Ende gekommen iſt. Und wirklich, die große Freundſchaft und das Zartgefühl, welches Du mir da⸗ durch zeigſt, daß Du Sophiens Perſon mit der freudi⸗ gen Gelegenheit verbindeſt und ſie eingeladen haſt, mit Fräulein Wickfield zuſammen Brautführerin zu ſein,
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