Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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140 David Kopperfield.

delt ſein muß. Was aber das Seltſamſte von Allem war, war der Umſtand, daß der einzige wirkliche Troſt, welcher ſeinen Weg in die verborgene Region dieſes häuslichen Unglücks nahm, in der Perſon Mr. Dicks dorthin ging.

Was ſeine Gedanken über den Gegenſtand waren, oder was er beobachtete, kann ich ſo wenig auseinan⸗ derſetzen, als er wahrſcheinlich gekonnt hätte, wenn er mich bei dieſer Aufgabe hätte unterſtützen können. Wie ich aber ſchon in der Erzählung von meiner Schulzeit mitgetheilt habe, war ſeine Verehrung für den Doctor grenzenlos, und es liegt eine Feinheit des Herausfüh⸗ lens in wahrhafter Anhänglichkeit, ſelbſt wo ſie eines der niedern Thiere zu dem Menſchen hegt, welche den höchſten Verſtand hinter ſich zurückläßt. Zu dieſem Verſtande des Herzens, wenn ich es ſo nennen darf in Mr. Dick, ſchoß ein heller Strahl der Wahrheit geradeaus.

Er hatte mit Stolz ſein Vorrecht hervorgeſucht, in mancher ſeiner unbeſchäftigten Stunden mit dem Doctor im Garten auf⸗ und abzugehen, wie er es gewohnt geweſen war,des Doctors Spaziergang in Canter⸗ bury auf⸗ und abzuwandeln. Aber die Angelegenhei⸗ ten waren nicht ſobald in dieſem Zuſtande, als er alle ſeine erſparte Zeit(und er ſtand zeitiger auf, um ſie zu vermehren) dieſen Spaziergängen widmete. Wenn er früher nie ſo glücklich geweſen war, als wenn der Doctor jene bewundernswerthe wiſſenſchaftliche Leiſtung, das Wörterbuch, ihm vorlas, ſo war er jetzt völlig un⸗ glücklich, bis der Doctor es aus der Taſche zog und begann. Wenn der Doctor und ich beſchäftigt waren, verfiel er jetzt in die Gewohnheit, mit Mrs. Strong auf⸗ und abzuwandeln und ihr beim Ausputzen ihrer Lieblingsblumen oder beim Jäten der Beete behülflich