David Kopperfield. 135
mich, um zu bemerken, wie die weißen Merkzeichen mei⸗ ner Finger aus der tiefen Röthe ſeiner Wange ver⸗ ſchwanden und ein dunkleres Roth darauf zurückließen.
„Kopperfield,“ verſetzte er endlich mit athemloſer Stimme,„haben Sie Abſchied von Ihren fünf Sin⸗ nen genommen?“
„Ich habe von Ihnen Abſchied genommen,“ ſagte ich, ihm meine Hand entwindend.„Sie Hund, Sie, ich will von Ihnen nichts mehr wiſſen.“
„Wirklich nicht?“ erwiederte er, von der ſchmerzen⸗ den Wange gezwungen, ſeine Hand dorthin zu legen. „Vielleicht werden Sie nicht im Stande ſein, dem zu entgehen. Aber iſt das nicht undankbar von Ihnen?“
„Ich habe Ihnen oft genug gezeigt, daß ich Sie verachte; ich habe Ihnen jetzt deutlicher gezeigt, daß dies der Fall iſt. Warum ſollt' ich fürchten, daß Sie Allen um ſich herum das Schlimmſte thun werden. Was ha⸗ ben Sie denn je anders gethan?“
Er verſtand dieſe Anſpielung auf die Betrachtungen, welche mich bis jetzt in meinem Verhalten zu ihm zur Mäßigung vermocht hatten, vollkommen. Ich denke auch, daß weder die Ohrfeige noch die Anſpielung mir ent⸗ ſchlüpft ſein würden, hätte ich dieſen Abend nicht jene Verſicherung von Seiten Agnes' erhalten gehabt. Hat übrigens nichts zu bedeuten.
Wieder folgte eine lange Pauſe. Seine Augen ſchie⸗ nen, als er mich anſah, jede Farbenſchattirung anzu⸗ nehmen, welche Augen häßlich machen konnte.
„Kopperfield,“ ſagte er, indem er ſeine Hand von ſeinem Backen wegnahm,„Sie ſind immer gegen mich geweſen. Ich weiß, Sie waren ſtets gegen mich in Herrn Wickfields Haus.“
„Denken Sie davon, was Ihnen beliebt,“ erwie⸗


