Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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136 David Kopperfield.

derte ich, immernoch in ſteigender Wuth.Wenn es nicht wahr iſt, um ſo viel würdiger Ihrer.

Und doch bin ich Ihnen immer gut geweſen, ſetzte er ſeine Rede fort.

Ich hatte im Sinne, ihm keine Antwort zu geben und wollte, indem ich meinen Hut nahm, hinaus zu Bett gehen, als er ſich zwiſchen mich und die Thür ſtellte.

Kopperfield, ſagte er,zu einem Streite müſſen zwei Parteien ſein. Ich will keine ſein.

Sie mögen ſich zum Teufel packen! ſchrie ich.

Sagen Sie das nicht, erwiederte er.Ich weiß, Sie werden ſich hinterher Vorwürfe darüber machen. Wie können Sie ſich nur ſo tief unter mich ſtellen, daß Sie ſolch einen böſen Geiſt zeigen. Aber ich verzeihe Ihnen.

Sie mir verzeihen! wiederholte ich verächtlich.

Ja, ich thue es, und Sie können dem nicht ent⸗ gehen, entgegnete Uriah.O, denken zu müſſen, daß Sie kommen und mich anfallen, der ich ſtets ein Freund gegen Sie geweſen bin! Aber es kann kein Streit ſein ohne zwei Parteien, und ich will keine ſein. Ich will trotz Ihnen ein Freund von Ihnen ſein. So, na, nun wiſſen Sie, was Sie zu erwarten haben.

Die Nothwendigkeit, dieſes Zwiegeſpräch(wo er ſehr langſam, ich ſehr ſchnell redete) in einem leiſen Tone zu führen, damit das Haus nicht zu unpaſſender Stunde geſtört wurde, beſſerte meine Laune nicht, obſchon meine Leidenſchaftlichkeit ſich abkühlte. Indem ich ihm blos ſagte, ich werde von ihm erwarten, was ich ſtets er⸗ wartet und worin ich mich nie getäuſcht habe, öffnete ich die Thür in der Weiſe gegen ihn, als ob er eine große Wallnuß geweſen wäre, dorthin geſteckt, um ge⸗ knackt zu werden, und ging aus dem Hauſe. Aber auch