134 David Kopperfield.
wähnt werden. Wickfield, geben Sie mir den Arm eines alten Freundes und führen Sie mich hinauf.“
Mr. Wickfield eilte auf ihn zu. Ohne ein Wort zu wechſeln, gingen ſie langſam zuſammen aus dem Zimmer. Uriah ſah ihnen nach.
„Nun denn, Musje Kopperfield!“ ſagte Uriah, in⸗ dem er ſich mit ſüßlichem Tone zu mir wandte.„Das Ding hat nicht ganz die Wendung genommen, die man hätte erwarten können; denn der alte Schulfuchs— was für ein trefflicher Mann!— iſt ſo blind wie'n Mauer⸗ ziegel; aber dieſe Familie iſt aus der Karre geſchmiſſen, denk' ich.“
Es bedurfte für mich nur des Klangs ſeiner Stimme, um mich in eine ſolche wahnſinnige Wuth zu verſetzen, wie ich nie vorher und ſeitdem nie in mir gefühlt.
„Sie Schuft,“ ſchrie ich,„was ſoll das heißen, daß Sie mich in Ihre Pläne verwickeln? Wie koͤnnen Sie ſich's unterſtehen, Sie falſcher Schurke, ſich eben jetzt auf mich zu berufen, als ob wir die Angelegenheit zu⸗ ſammen beſprochen hätten?“
Als wir uns Geſicht zu Geſicht gegenüberſtanden, ſah ich in dem heimlichen Jubel ſeines Antlitzes ſo klar, was ich bereits ſo deutlich wußte; daß er nämlich mir ſein Vertrauen ausdrücklich deshalb aufzwang, um mich elend zu machen, und mir gerade hierin eine wohlüber⸗ legte Falle geſtellt hatte, daß ich's nicht mehr aushal⸗ ten konnte. Seine ganze dürre Backe lag ſo einladend vor mir, daß ich ihm meine offene Hand mit ſolcher Kraft hineinſchlug, daß mir die Finger prickelten, als ob ich ſie verbrannt hätte.
Er fing meine Hand mit der ſeinen, und wir ſtan⸗ den in dieſer Verbindung uns gegenüber und ſahen uns an. Wir ſtanden ſo eine lange Zeit, lang genug für


