126 David Kopperfield.
ſein ſollte. Das war's, was ich meinen that, als Sie mich nicht verſtunden.“
Ich wundere mich jetzt, wenn ich mich ſeines lauern⸗ den Blickes erinnere, daß ich ihn nicht beim Kragen nahm und verſuchte, ihm den Athem aus dem Leibe zu ſchütteln.—
„Ich möchte ſagen,“ fuhr er fort,„das ich mich nicht recht klar ausdrückte, ſo wenig wie Sie. Natür⸗ lich waren wir alle Beide geneigt, ſolch einem Gegen⸗ ſtande nicht zu nahe auf den Leib zu gehen. Indeſſen aber hab' ich doch zur Letzt mich entſchloſſen, deutlich zu reden, und habe dem Doctor geſagt, daß— ſpra⸗ chen Sie, mein Herr?“
Es war der Doctor, welcher geſtöhnt hatte. Der Ton möͤchte, dachte ich, jedwedes Herz gerührt haben, aber er hatte keine Wirkung auf das Herz Uriahs.
—„dem Doctor geſagt alſo,“ fuhr er fort,„daß Jedermann ſehen könnte, wie Herr Maldon und die liebenswürdige und vortreffliche Dame, welche Doctor Strongs Gemahlin iſt, einander zu gut ſind. Wahrlich, die Zeit iſt gekommen(da wir jetzt Alle mit etwas in Berührung kommen, was nicht ſein ſollte), wo Doctor Strong aufmerkſam gemacht werden muß, daß dies Jeder⸗ mann ſo klar wie die Sonne war, ſchon ehe Herr Maldon nach Indien ging; daß Herr Maldon zu keinem andern Zwecke Entſchuldigungen machte, um zurückzukommen; und daß er zu keinem andern Zwecke immer hier ſteckt. Als Sie'reinkamen, legt' ich's gerade meinem Com⸗ pagnon vor,“ nach dem er ſich hinwendete,„und bat ihn, dem Doctor Strong auf Wort und Chre zu ſagen, ob er jemals dieſer Meinung geweſen wäre oder nicht. Kommen Sie, Herr Wickfield! Wollen Sie ſo gut ſein, uns das zu ſagen? Ja oder nein, Herr? Vorwärts, Compagnon!“
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