Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield.

ſchlagenen Augen zuſah, die ſich langſam erhoben, in⸗ dem ſie den ſpielenden Fingern folgten. Endlich hatte ſie die Augen bis zu den meinen erhoben und hob ſich auf die Fußſpitzen, um mir, gedankenvoller als gewöhn⸗ lich, jenes köſtliche Küßchen zu geben ein zwei drei Mal dann ging ſie aus dem Zimmer.

Sie kamen innerhalb fünf Minuten nachher alle⸗ ſammt zurück, und Dora's ungewöhnliche Nachdenklich⸗ keit hatte ſie dann ganz verlaſſen. Sie entſchloß ſich lachend, Zig alle ſeine Kunſtſtückchen durchmachen zu laſſen, ehe die Kutſche kam. Sie erforderten einige Zeit (nicht ſo ſehr wegen ihrer Mannichfaltigkeit, als wegen Zigs Widerſetzlichkeit) und waren noch nicht durchge⸗ ſpielt, als die Kutſche ſich an der Thür hören ließ. Es fand ein eiliger, aber liebevoller Abſchied zwiſchen Agnes und ihr ſtatt. Dora wollte an Agnes ſchreiben (welche nicht denken wollte, daß ihre Briefe närriſches Zeug wären, wie Jene ſagte) und Agnes wollte an Dora ſchreiben, und ſie nahmen einen zweiten Abſchied am Kutſchenſchlage und einen dritten, als Dora trotz des Widerſtrebens der Miß Lavinia noch einmal herauslief, um Agnes am Kutſchenfenſter ans Schreiben zu erin⸗ nern und gegen mich, der ich auf dem Bocke ſaß, ihre Locken zu ſchütteln.

Die Poſtkutſche ſollte uns in der Nähe von Co⸗ ventgarden abſetzen, wo wir eine andere Poſtkutſche nach Highgate beſteigen wollten. Ich ſehnte mich mit Un⸗ geduld nach dem kurzen Wege zwiſchen den beiden Poſt⸗ ſtationen, um Dora's Lob von Agnes zu hören. Ach, was war es für ein Lob! Wie liebevoll und feurig empfahl es das niedliche Geſchöpf, das ich gewon⸗ nen hatte, meiner zarteſten Sorgfalt, und wie ſetzte es mir alle ihre kindlich ungezwungene Anmuth aufs Beſte