David Kopperfield. 17
„Ich dürfte nicht geſtatten,“ ſagte Mr. Spenlow, indem ſein frommes Gefühl augenſcheinlich ſchwoll, und indem er langſam den Kopf ſchüttelte, während er ſich abwechſelnd auf die Zehen und die Ferſen erhob,„daß ein Stück Jugendthorheit, wie die vorliegende, Einfluß übte auf die gebührende Fürſorge für mein Kind. Es iſt reine Thorheit. Reiner Unſinn. In einem Weil⸗ chen wird es leichter als eine Feder wiegen. Aber ich könnte wohl— ich könnte wohl am Ende, wenn dieſe einfältige Sache nicht völlig aufgegeben würde, mich in einem ängſtlichen Augenblicke bewogen finden, ſie vor einem thörichten Schritte im Punkte des Heirathens zu bewahren und mit Schutzmitteln dagegen zu umgeben, Nun, Herr Kopperfield, ich hoffe, daß Sie mich nicht in die Nothwendigkeit verſetzen werden, auch nur auf eine Viertelſtunde jene geſchloſſene Seite im Buche des Lebens aufzuſchlagen und, wenn auch ebenfalls nur auf eine Viertelſtunde, wichtige, längſt in Ordnung ge⸗ brachte Angelegenheiten neu zu ordnen.“
Es war eine Heiterkeit, eine Ruhe, ein Etwas wie ein milder, ſtiller Sonnenuntergang an ihm, was mich ganz rührte. Er war ſo friedvoll und ergeben, hatte, wie klar zu ſehen, ſeine Angelegenheiten ſo vollkommen am Schnürchen und ſo ſyſtematiſch aufgewunden, daß er ein Mann war, der einem ein Gefühl der Rührung einflößte, wenn man ſich ihn betrachtete. Mir iſt's wirk⸗ lich, als habe ich ihm die Thränen in die Augen ſtei⸗ gen ſehen aus der Tiefe ſeiner Empfindung von allem Dieſen.
Aber was konnte ich thun? Ich konnte nicht Dora und mein eigen Herz verleugnen. Als er mir ſagte, ich würde beſſer thun, mir Das, was er geſagt, eine Woche zu überlegen; wie hätte ich da mich der Woche
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