Teil eines Werkes 
7. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 9

berſchrift, wieMeine ewig theure und liebe Dora, Mein innigſtgeliebter Engel,Meine Herzens⸗ geliebte und dergleichen mehr einen Blick warf, errö⸗ thete ich tief und neigte den Kopf.

Nein, dank' Ihnen ſchön, ſagte Mr. Spenlow kalt, als ich ſie ihm mechaniſch zurückgeben wollte.Ich will Sie derſelben nicht berauben. Fräulein Murdſtone, haben Sie die Güte fortzufahren.

Dieſes holde Geſchöpf ließ ſich, nachdem ſie einen Augenblick gedankenvoll den Teppich überblickt, mit ſehr trocknem und ſalbungsvollem Tone wie folgt vernehmen:

Ich muß geſtehen, ſchon einige Zeit Fräulein Spen⸗ low mit David Kopperfield in Verdacht gehabt zu ha⸗ ben. Ich beobachtete Fräulein Spenlow und David Kop⸗ perfield, als ſie das erſte Mal zuſammenkamen, und der Eindruck, den ich damals davon erhielt, war kein gün⸗ ſtiger. Die Verderbtheit des menſchlichen Herzens iſt von der Art

Sie werden mich verpflichten, Fräulein, unter⸗ brach ſie Mr. Spenlow,wenn Sie ſich auf Thatſachen beſchränken.

Miß Murdſtone ſchlug die Augen nieder, ſchüttelte den Kopf, als wollte ſie gegen dieſe unziemliche Unter⸗ brechung Verwahrung einlegen, und nahm mit ſtirn⸗ runzelnder Würde ihre Rede wieder auf:

Da ich mich auf Thatſachen beſchränken ſoll, ſo will ich dieſelben ſo trocken angeben, als ich kann. Viel⸗ leicht wird das als ein annehmbares Verfahren betrach⸗ tet werden. Ich habe ſchon geſagt, Herr Spenlow, daß ich Fräulein Spenlow mit David Kopperfield bereits ſeit einiger Zeit im Verdacht hatte. Ich habe häufig nach einer entſcheidenden Beſtärkung dieſes Verdachtes geſucht, aber ohne Erfolg. Ich habe es darum ver⸗